Luis and Johanna do America


day 11: ??? country
November 13, 2008, 12:00 pm
Filed under: southern cali

der morgen in buellton begann mit der feststellung, dass ich einen üblen sonnenbrand im gesicht hatte und durch das ständige tragen meiner sonnenbrille am vortag aussah wie ein invertierter panda. wir mussten also bevor es weitergehen konnte erstmal sonnenmilch kaufen. einen safeway gab es in buellton nicht und so mussten wir zu walgreen’s ausweichen. ich muss sagen, die einwohner und einkäufer haben mich etwas beängstigt, besonders weil sie alle sehr fett waren und sich verdächtig ähnlich sahen – klarer fall von inzest.

frisch sonnengecremt machten wir dann erstmal einen abstecher nach los olivos um einen eindruck vom zweiten wine country in kalifornien zu bekommen, genauer gesagt santa barbara wine country, wo übrigens auch der mir arg verhasste film sideways gespielt hat. hier war alles etwas verdorrter als in napa valley, und die weingüter waren weit weniger beeindruckend. nur der ort solvang war bot noch etwas neues: er wurde wohl irgendwann von einige skandinaviern gegründet, und darum ist dort heute immer noch alles im skandinavischen stil – oder was die amis sich darunter vorstellen – gehalten. ziemlich komisch fanden wir.

cimg8140cimg8142cimg8145

über den highway 154 ging es dann durch recht hübsche berge, von denen man bald einen schönen ausblick aufs meer hatte, nach santa barbara. davon haben sicher alle freunde der drei fragezeichen schonmal gehört. so auch von dem nachbarort ventura und von oxnard, wo unser hotel für diese nacht war. und auch santa monica, das wir am folgenden tag besuchen wollten, wird ja häufig von justus, peter und bob auf der verbrecherjagd berücksichtigt. ich war also quasi gleich nebenan von rocky beach.

santa barbara war sehr hübsch, hier sahen wir auch unsere erste palmenallee. wir hielten am strand und liefen hinaus auf die wharf – einen langen holzsteg, der ins meer führt und so breit ist, dass man auch mit dem auto drauf fahren kann… damit man nicht zu weit zu den sich dort befindlichen restaurant laufen muss… (kein kommentar). leider war der wind trotz sonne etwas kühl und so kehrten wir bald zum auto zurück.

cimg8146cimg8149cimg8155

wir fuhren noch zur state street, der haupteinkaufstraße wo es auch eine große open air mall gab. dort bummelten wir ziellos ein bisschen herum und gingen anschließend in einem restaurant names pascucci italienisch essen. war aber nicht so toll, denn auf meinem salat mit lachs lag nur ein sehr künnerliches stück fisch und luis nudelgericht enthielt dem geruch nach zu urteilen ungefähr eine ganze zehe knoblauch.

anschließend war es höchste zeit mal wieder zu tanken. mit einem gefühlten halben liter im tank fanden wir schließlich sogar eine filiale der von uns – auf grund der günstigen preise – präferierten tankstelle 76. vollgetankt fuhren wir weiter nach montecito, einem sehr bonzigen vorort von santa barabara mit wunderschönen stränden. leider war an diesen kaum zu parken, bestimmt damit die vornehmen anwohner nicht von so ordinären roadtrippern wie uns gestört werden.

ventura ließen wir links liegen und fuhren gleich weiter nach oxnard, um erstmal unser hotel zu finden, und dann zu überlegen, was wir noch mit dem tag anfangen wollten. oxnard war wenig attraktiv, dafür war das hotel das bisher schönste. es handelte sich um ein hampton inn, das gleich an einem yachthafen gelegen war. zu meinem großen stolz gelang es mir ein zimmer mit hafenblick für uns zu erfragen. als wir dort mit unseren koffern ankamen ging gerade die sonne über dem hafen unter.

cimg8158cimg8165

aber auch sonst war das zimmer das schönste bisher. alles war modern und hell, es gab einen lapdesk und wlan, so dass man im bett extrem komfortabel im internet surfen konnte. und ach, das bett! das weichste bett, in dem ich je geschlafen habe. ich fühlte mich wie eine prinzessin. das bettlaken war gefüttert, es war als würde man auf einer daunendecke schlafen. und die decke war nicht aus kratziger wolle sondern weiß und weich und wunderbar. und es gab ein weiches und ein hartes kissen, so dass man sich eines nach seinem geschmack aussuchen konnte (ich: weich, luis: hart). außerdem gab es einen bequemen sessel, eine plastik-orchidee, tolle toiletries und mehr handtücher als eine großfamilie hätte verbrauchen könnnen. eine solche oase der wohligkeit wollten wir an diesem abend nicht mehr verlassen und so aßen wir unsere obligatorischen sandwiches im bett und ich nutzte den rest des abends für die ersten einträge auf diesem blog.

cimg8173cimg8180



day 10: hwy 1 pt 2
November 12, 2008, 9:57 am
Filed under: northern cali

dies versprach der landschaftsmäßig bisher spektakulärste tag zu werden. luis war ja 2006 schonmal geschäftlich im silicon valley und ist damals den ganzen hwy 1 von pacifica bis san luis obispo an einem tag abgefahren. seitdem meinte er, dass ich das auch unbedingt mal sehen müsste, besonders den 17-mile-drive zwischen monterey und carmel.

um uns also für all diese spektakulären eindrücke zu stärken, haben wir uns erstmal das übliche bei starbucks und jamba juice besorgt und unser frühstück dann am lover’s point – einem hübschen kleinen park am meer – in monterey verspeist. dabei konnten wir auch einige surfer beobachten und uns über die gefahr von tsunamis belehren lassen.

cimg79901cimg7994cimg7998cimg80041

die straße, die uns am meer entlang weiter richtung süden führte hieß pacific grove und wurde im reiseführer nicht ohne grund als sehenswert angepriesen. sie ging in den 17-mile-drive über, der aber im gegensatz zu pacific grove eintritt kostet. das liegt daran, dass hier einige sehr teure golfplätze und hotels und auch diverse häuser diverser stars liegen. wir hielten erstmal am pebble beach, wo besucher vor uns die herumliegenden steine zu zum teil sehr gewagten türmchen aufgestapelt hatten. man fühlte sich fast wie in einer prähistorischen kunstausstellung. die möwen fanden es offensichtlich großartig.

cimg8016cimg8019

weiter ging es an der küste entlang zu einem großen felsen auf dem massenweise robben lebten. mit bloßem auge konnte man sie nur hören, aber durch herumstehende, mit quartern zu fütternde ferngläser konnte man sie auch erkennen. kaum zu glauben, dass diese dicken tiere auf ihren kleinen flossen solche felsen hochklettern können.

cimg8041cimg80431cimg8042

aber auch ohne robben bot die küste immer wieder einen wunderschönen anblick. eigentlich hätte man alle fünf meter anhalten können. oder natürlich auch mal ein kleines stück zu fuß gehen. aber wir waren nunmal in amerika. also hielten wir erst wieder bei der einsamen zypresse an, die ganz alleine auf einem felsen am meer steht und das logo des 17-mile-drive ist. auf einer aussichtsplattform speziell für diesen berühmtesten baum kaliforniens war zu lesen, dass er ein symbol für kraft und widerstandsfähigkeit sei. man kann es auch übertreiben finde ich.

cimg8050cimg8052cimg8047

bevor wir den 17-mile-drive hinter uns ließen hielten wir noch an einem golf-resort und durften – hinter einem kleinen zaun zurückbleibend – den natürlich viel wertvolleren wahren gästen beim golfen direkt am meer zusehen. wie gerne hätte ich da den joker nicht nur auf luis tshirt dabei gehabt. immerhin ließen ein paar rehe sich nicht von zäunen und schildern abhalten und grasten seelenruhig den kostbaren golfrasen ab.

cimg8065cimg8071cimg8075

direkt hinter den schranken des 17-mile-drive liegt das kleine örtchen carmel by the sea, wo angeblich auch brad pitt ein haus besitzt. in solch guter gesellschaft beschlossen wir unsere mittagspause einzulegen und gingen mit unseren airberlin-flugzeug-decken an den strand, wo wir ein paar sandwiches aßen und den reiseführer für die weitere strecke zu rate zogen. von hier hatte man auch nochmal einen netten blick auf den gerade besuchten golfplatz.

cimg8080cimg8079

südlich von carmel erstreckt sich das gebiet big sur wo es meilenweit weder eine nennenswerte siedlung noch eine abfahrt ins landesinnere gibt. man ist also quasi gefangen auf dem highway 1, der sich halsbrecherisch durch die hügel direkt am meer windet, oft ohne dass einen auch nur eine winzige leitplanke von meterhohen abgründen trennen würde. wir waren an diesem sonntag nicht die einzigen, die diese spektakuläre strecke befahren wollten, und das trotz der abgeschiedenen gegend und der für urlaub unüblichen jahreszeit. (mein fazit: am besten nicht in der hochsaison oder am wochenende kommen. schon gar nicht in der hochsaison am wochenende).

ist aber auch verständlich, denn die landschaft ist wirklich spektakulär. gegen diese berge und serpentinen – direkt am weiten, grenzenlosen ozean – kommt einem die eigentlich ja auch großartige ligurische küste richtig harmlos vor. beim blick aufs meer hat man eine so weite sicht, dass man die krümmung der erde am horizont erkennen kann (oder das zumindest denkt).

cimg8084cimg8087

landeinwärts hat es wohl gebrannt an diesem tag, denn wir konnten immer wieder hubschrauber dabei beobachten, wie sie über das meer flogen, um wasser zum löschen zu holen und auf jedem parkplatz entlang der straße standen feuerwehrfahrzeuge.

ziemlich weit im süden von big sur kamen wir an einen strand, an dem sich eine see-elefanten kolonie niedergelassen hat – nur wenige meter von der straße entfernt. hier konnte man diese riesigen tiere bei ihrer lieblingsbeschäftigung beobachten: den ganzen tag faul in der sonne liegen. nur einige männchen bekämpften sich im hintergrund.

cimg8101cimg81051cimg8111

leider verließ der highway die küste, gerade als die sonne unterging und so bekamen wir nur noch die letzten sekunden davon mit.

cimg8119cimg8125

den rest der fahrt mussten wir im dunkeln zurücklegen. auf dem sehr stark befahreren highway 101 war das nicht gerade eine freude, vor allem weil in amerika das benutzen der fernlichter ganz offensichtlich nicht verboten ist. um 8 kamen wir endlich in unserem motel in buellton an. weil wir hier nur eine übernachtung bleiben wollten und die meisten hotels in der gegend unverschämt teuer wahren, hatten wir uns für ein motel 6 entschieden. dass die preise so günstig waren, haben wir verstanden, als wir das zimmer sahen. leider kein so erhebender abschluss für einen so wunderschönen tag.

cimg8132cimg8136

und auch die suche nach etwas essbarem wurde nicht von erfolg gekrönt: die fastfood restaurants in diesem fürchterlichen kaff waren alle -  bis auf das personal -ausgestorben und luis schreckte vor der gefahr kalter burger und labbriger, stundenalter pommes zurück. also gab es im hotel mal wieder nur sandwiches und dazu den fürchterlichen film “what happens in vegas” (gedacht als einstimmung für unseren bald bevorstehenden besuch dort).



day 9: hwy 1 pt 1
November 11, 2008, 9:32 pm
Filed under: northern cali

an diesem samstag mussten wir leider unser liebgewonnenes comfort inn an el camino real verlassen. zuerst fuhren wir ein stück in richtung norden auf dem highway 280 und in pacifica dann schließlich an die küste. unterwegs haben wir an einem aussichtspunkt gehalten, um einmal die kalifornischen hügel von oben zu betrachten. wie dave eggers sagen würde: mohair hills

cimg7873

als wir in pacifica am pazifik ankamen war es nebelig und windig und nicht gerade warm. ich konnte gut verstehen, warum die bäume dort sich so zusammen kauern. ein bisschen hat mich die ganze stimmung an sylt und nordsee erinnert. kalifornien kann eben mehr als palmen und wüste. nach einem kleinen spaziergang auf der strandpromenade und einigen begegnungen mit sehr frechen raben (vgl.: alfred hitchcock: die vögel) haben wir erstmal im auto gefrühstückt.

cimg78811cimg7883cimg7884cimg7889

der highway 1 schlängelte sich immer nahe am meer entlang und ich hatte ein schlechtes gewissen, dass luis als fahrer nicht so viel von der aussicht hatte wie ich. deshalb sind wir auch immer wieder angehalten und ausgestiegen, so zum beispiel an einer lagune und an einem leuchtturm. außer meer und strand gab es außerdem ständig kürbis-felder an der straße und auf diversen pumpkin patches haben sich die leute schonmal für halloween eingedeckt.

cimg7909cimg79162cimg79241cimg7926

santa cruz war die erste nennenswerte stadt an der wir vorbeikamen. wir fuhren erstmal zum boardwalk – einem dieser vergnügungsparks direkt am strand. das parken gestaltete sich schwierig, da wir nicht bereit waren 10$ dafür zu bezahlen (ich weiß schon, ich schreibe zu viel über geld) – aber schließlich haben wir eine freie parkuhr gefunden und dank im automaten gewechseltem geld dort für eine stunde bezahlt und geparkt.

am boardwalk haben wir uns erstmal einen corndog gegönnt – das ist ein hotdog, der in sonderbaren teig gehüllt und dann frittiert wird. ich kann euch versichern, die sache war genau so widerlich, wie der name und die beschreibung sich anhören. beurk. da uns danach beiden ein klein wenig schlecht war beschlossen wir auf eine achterbahnfahrt zu verzichten. an einer kleinen bude konnte man tickets kaufen mit denen man dann die verschiedenen rides bezahlen musste. wir haben einige gekauft und sind dann mit einer art gondelbahn gefahren, die langsam über den gesamten boardwalk in einiger höhe hinwegführte.

als wir in unserer gondel saßen, nur mit einer lächerlich wirkenden stange über unseren beinen gesichert, wurde uns doch etwas mulmig und wir bereuten, nicht doch lieber achterbahn gefahren zu sein. die ganze fahrt unterhielten wir uns darüber, was wohl passieren würde, wenn wir abstürzten und dass luis bessere überlebenschancen hätte, weil seine hälfte sich über sand befand. ich muss sagen, das waren genau die ermutigenden worte, die ich in diesem moment hören wollte. dafür nochmal danke!

cimg7942cimg7949cimg7956cimg79591

nachdem wir das teufelsding mit ztternden knien aber sonst natürlich unbeschadet wieder verlassen hatten, wollten wir nur noch zu unserem auto zuück und machten dann noch einen abstecher in die innenstadt von santa cruz. haight ashbury war ja schon nicht arm an sonderbaren gestalten gewesen, aber die leute hier waren noch ein bisschen krasser, zum teil war ihnen der regelmäßige konsum der einen oder anderen droge deutlich anzumerken und anzusehen. wir parkten wieder an einer parkuhr und sahen uns einige der shops an, wurden aber nicht fündig.

also ging die fahrt weiter nach monterey, wo die nächste übernachtung vorgesehen war – wieder in einem comfort inn. dadurch, dass es genau am flughafen lag, war es leicht zu finden. ganz so schön wie in unserem bisherigen heim war es hier nicht, aber wir fühlten uns trotz der etwas dunkleren farbgebung ganz wohl.

cimg79671cimg7975

nachdem wir unsere koffer abgestellt hatten, machten wir uns nochmal auf den weg, um das nachtleben von monterey zu erkunden. fisherman’s wharf haben wir uns gespart, weil der reiseführer meinte, das sei auch nichts anderes als in san francisco und fisherman’s wharf dort hatten wir ja schon vor jahren als touristen-falle entlarvt. wir fuhren also zur cannery row – einer gegend wo früher mal sardinen eingedost wurden. dort gibt es heute einige restaurants und andere geschäfte zur erheiterung von touristen sowie das wohl sehr sehenswerte aber zu dieser zeit natürlich geschlossene aquarium.

da unser letzter restaurantsbesuch noch nicht lang genug zurücklag fuhren wir weiter und machten noch einen abstecher zu safeway um mal wieder eine neue sorte ben & jerry’s kennen zu lernen. cinnamon buns hat uns auch nicht enttäuscht. dafür der dazu angeschaute neue x-files film aber umso mehr.

img_00591



day 8: be sure to wear some flowers in your hair
October 20, 2008, 6:51 pm
Filed under: northern cali

unseren letzten tag in der bay area hatten wir uns für san francisco aufgehoben. auf dem weg dorthin gerieten wir leider das erste mal in einen stau. und befuhren eine dieser irren brücken-intersections. da wird einem ganz schwindelig, vor allem weil die kurven schiefgelegt sind wie bei einer carrera-bahn (oder wie die heißen). auf den stau folgte der große spaß des parkplatz suchens – ohne sich mit den fiesen parkgebühren zu ruinieren. zum glück haben wir aber schließlich doch ein parkhaus mit annehmbaren preisen in richtig guter lage gefunden.

von dort sind wir erstmal zur market street gelaufen, am union square vorbei. ein forever 21 den wir auf dem weg besuchten konnte mich schon erheblich mehr begeistern als der erste und ich fand sogar einigen richtig netten schmuck. in dem urban outfitters in dem ich schon vor 8 jahren mit somang shoppen war, fanden wir ein schönes hemd für luis, das es aber leider nicht mehr in seiner größe gab. und in einem unglaublichen schuhladen, den ich auch schon von früher kannte, verbrachte ich eine ganze weile mir die unzählbaren reihen verbilligter designer-schuhe anzuschauen um schließlich bei allen zu hohe absätze zu disgnostizieren und den laden mit unverichteter dinge wieder zu verlassen.

langsam bekamen wir hunger und machten uns auf den weg richtung chinatown. auf der karte im reiseführer hatte ich die kürzeste route ausfinding gemacht – nur leider wurden dort die höhenunterschiede nicht angegeben und wir mussten ganz schön die berge rauf und wieder runter klettern. dafür wurden wir mit einigen netten ausblicken, unter anderem auf die bay und alcatraz belohnt. chinatown war leider eine einzige fiese enttäuschung. die läden die ich als skurril und bunt in erinnerung hatte waren einfach nur ramschig und das essen, das wir uns auch noch antaten möchte ich am liebsten vergessen. wenigstens war es billig. trotzdem war die stimmung etwas gedrückt und luis musste mich erstmal mit einem pumpkin spice latte bei starbucks wieder aufpäppeln.

als nächstes fuhren wir nach haight/ashbury und hier war es gottseidank immer noch so cool wie ich es in erinnerung hatte. nur leider parkten wir auf einem kurzzeit-parkplatz und hatten daher nicht so recht die ruhe all die tollen vintage-shops und ausgefallenen boutiquen zu durchforsten. trotzdem habe ich wirklich viele tolle sachen gesehen, die ich zu einem etwas geringeren preis sofort mitgenommen hätte. ich komme also auf jeden fall wieder!

über the castro (das ursprüngliche gay-viertel) fuhren richtung the mission wo viele hispanics leben und es dementsprechend tolle burritos geben soll. bis wir aber den im reiseführer am heißesten gelobten burritoshop gefunden hatten wurde es schon dunkel und da weit und breit kein parkplatz in sicht war entschieden wir uns uns nicht noch ewig in düsteren seitenstraßen danach umzusehen sondern lieber doch nach hause zu fahren um uns nicht als ahnungslose touristen unbeliebt zu machen.

auf der 101 war mal wieder stau und so setzten wir unseren weg auf el camino real fort – das ist eine straße die mindestens von san francisco bis nach los angeles führt, wenn nicht weiter, und an der auch unser hotel sowie so ziemlich jede fastfood-, supermarkt- und restaurant-kette liegt von der amerika jemals gehört hat. dort hofften wir noch etwas essbares zu finden um unsere bäuche für das unzumutbare mittagessen zu entschädigen. und wir wurden mehr als fündig: bei chevy’s gab es tolles (ich gebe zu: amerikanisiertes) mexikanisches essen und dazu margaritas. aus gläsern halb so groß wie mein kopf. om nom nom! (das ist übrigens guacamole auf luis’ burrito!)

um nicht schon wieder zeitverschiebungsbedingt um 10 einzuschlafen beschlossen wir zum abschluss des tages noch ins kino zu gehen. die suche nach selbigem gestaltete sich zwar extrem kompliziert, aber sie lohnte sich, denn wir entschieden uns für “burn after reading” von den coen brothers und dies ist ein wahrlich ausgezeichneter, lustiger, unterhaltsamer film mit durchweg großartiger besetzung. hier die absolut beste szene des ganzen films. zu beachten: was brad pitt mit seinen augen macht.



day 7: wino country
October 19, 2008, 10:00 pm
Filed under: northern cali

dieser tag begann für uns beide bei starbucks. für luis mit white chocolate moca oder einer ähnlichen delikatesse und für mich mit einem sehr fiesen soy latte – venti auch noch. das war meine kulturwissenschaftliche neugier. ich mag ja sojamilch gern (vor allem wenn sie silk heißt wie bei the l-word), aber warm und schaumig: igitt. tapfer habe ich das zeug trotzdem auf unserer fahrt richtung san francisco ausgetrunken. dort, in san fran, war es richtig klischeemäßig neblig so dass das klischeemäßige golden gate bridge bild ziemlich mistig ausgefallen ist. trotzdem der vollständigkeit halber:

nach san francisco selber fuhren wir an diesem tag gar nicht sondern weiter richtung norden, durch sausalito das ich vom schüleraustausch vor 8 jahren sehr nett in erinnerung hatte. diesmal wars nicht sehr begeisternd, dafür haben wir einen tollen supermarkt entdeckt in dem es die größten mengen fein säuberlich gestapelten gemüses gab, die ich je gesehen habe. das muss für jemanden dort eine richtige lebensaufgabe sein. und einen blick auf die stadt jenseits der bucht haben wir noch erhascht. links außerhalb des bildes liegt alcatraz.

danach ging die fahrt weiter an unser eigentliches ziel: sonoma valley, das neben napa valley einen teil von wine country nördlich von san francisco ausmacht. napa kennt man vielleicht, weil mr. big sich dort mal einen weinberg gekauft hat. ganz genau wollten wir erstmal nach glen ellen (wo wir auf einer seitenstraße 2 rehe erblickten) und dort in den jack london state park. das ist land, das früher dem autor von wolfsblut etc. gehört hat und auf dem er auch landwirtschaft betrieben hat.

nachdem man uns 7$ eintritt abgeknöpft hatte mussten wir nun wohl oder übel etwas zeit dort verbringen – widerwillig rangen wir uns durch einen kleinen hike zu taken. 10 minuten den ersten trail hinunter begegnete uns aber ein verhängnisvolles schild: beware of mountain lions. da wir so ziemlich die einzigen besucher des parks waren, machte uns diese ankündigung doch etwas angst in die wir uns gegenseitig völlig übertrieben hineinsteigerten und so schließlich beschlossen umzukehren und einen anderen wanderweg auszuprobieren.

der zweite weg führte an jacks cottage vorbei und angeblich schließlich zu einem see. als wir in schon fast zur hälfte geschafft hatten, erspäten wir am wegesrand schon wieder ein mountain-lion-schild. aber dieses mal blieben wir stark und wanderten mutig durch wald und regen zum see der sich als ein schlammiges ausgetrocknetes loch entpuppte. passte irgendwie. auf diesen bildern sieht man: das cottage, den doofen see und mein dem anlass perfekt angepasstes outfit. (sogar eine tigerfell-tasche um den mountain lion richtig in rage zu versetzen)


nach dieser eigentlich unzumutbaren anstrengung mussten wir uns erstmal mit ein paar sandwiches bei einem picknick im auto stärken. danach machten wir uns auf den weg ins napa valley. unserem reiseführer zufolge ist sonoma valley liberaler während napa valley sehr konservativ und auch ein kleines bisschen angesehener ist. ich muss sagen, es sah dort auch alles irgendwie beeindruckender aus. die vineyards (weinberge wäre der falsche ausdruck, denn sie waren flach) schienen mehr ins reih und glied zu stehen und die auffahrten zu den wineries waren erheblich pompöser.

wir durchquerten das tal bis wir schließlich beim culinary institute of america (abkürzung c.i.a.) ankamen. da würde ich auch gerne kochen lernen. ein richtiges schloss und ein super ausblick. da es zu früh war zum abendessen und uns 30$ für eine vorspeise auch etwas übertrieben vorkamen, ließen wir das sicherlich ausgezeichnete restaurant diesmal aus. stattdessen sahen wir uns den shop und die riesigen weinfässer im weinkeller an.

es war schon spät und wir hatten genug gesehen und machten uns deshalb auf den rückweg. drei zwischenstops legten wir allerdings noch ein, bevor wir im hotel ankamen: einen zum tanken, das viel günstiger war als befürchtet. einen bei target, wo wir für wahnsinnig wenig geld eine uhr, boxershorts, ein t-shirt und ein paar schuhe bekamen. und schließlich einen bei carl’s junior, einer fastfood-kette bei der ich einen burger mit guacamole essen wollte. als ich aber im hotel hineinbiss stellte ich fest, dass man ausgerechnet die guacamole weggelassen hatte. da geh ich nie wieder hin! um mich wieder aufzuheitern haben wir uns im fernsehen noch ein bisschen angeschaut, wie palin sich bei der vice-debate zum deppen gemacht hat.



day 6: urban outfitters, forever 21, victoria’s secret und wie sie alle heißen
October 17, 2008, 9:34 pm
Filed under: northern cali

der tag begann mit einem mit schönen blüten bestreuten auto und einem jamba juice vom jamba juice laden direkt gegenüber.

auf dem programm standen die apple headquarters in cupertino und verschiedene silicon-valley malls. aber zuallererst mussten wir walgreens, eine drogerie, aufsuchen, da ich mir durch die omnipräsenten klimaanlagen eine kleine erkältung eingefangen hatte. dann ging es aber gleich weiter zu apple. dort besuchten wir den speziellen shop, wo man so großartige nutzlosigkeiten wie apple-tshirts, -notizbücher und tassen erwerben konnte. auf dem besucherparkplatz sahen wir außerdem ein auto, von dem luis steif und fest behauptet, dass es steve jobs gehört. wegen dem barcode statt nummernschild.

auf dem weg zu den malls fuhren wir noch am winchester mystery house vorbei. das ist ein haus, dass die verrückte frau des gleichnamigen waffenfabrikanten unendlich ausbauen ließ, bis es schließlich unzählbar viele zimmer und solche besonderheiten wie ins nichts führende türen und treppen hatten. da uns aber der eintrittspreis mit 23$ doch etwas übertrieben erschien verzichteten wir auf eine einstündige geführte tour und fuhren stattdessen weiter zu outdoor mall “santana row” direkt gegenüber.

nachdem luis sich mit einem starbucks kaffee und einem breakfast sandwich gestärkt hatte begaben wir uns an den langersehnten ort der schönen kleidung: urban outfitters. leider oder auch zum glück war die auswahl gar nicht so überwältigend und so fiel mir die entscheidung für ein oberteil, eine unterhose und einen hello-kitty-schlüsselaufstecker nicht schwer. luis fand eine reduzierte kurze hose, ein tolles joker t-shirt und 2 schöne uni-farbene t-shirts in grau und blau. drüberhinaus wurden wir in santana row leider nicht fündig. wir besuchten zwar noch den h&m, fanden aber nichts und die sonst noch vorhandenen teuren designer-boutiquen ersparten wir uns.

zum glück gab es um die ecke noch eine weitere mall: westfield valley fair. bei charlotte russe fand ich einen schottenkarierten bleistiftrock und ansonsten viele prinzipiell hübsche aber schlecht sitzende oberteile. also nahm ich nur den rock und zwei paar reduzierte ohrringe mit. bei victoria’s secret fand ich drei ganz bezaubernde höschen aber leider trotz ausgedehnter suche keinen bh der den preis von 50$ wert gewesen wäre. forever 21, auf das ich mich nach so häufigem lesen auf so vielen blogs fast am meisten gefreut hatte, war eine einzige enttäuschung. alles war chaotisch, die oberteile billig verarbeitet, die röcke viel zu kurz, der schmuck kreuz und quer durcheinander… enttäuscht und angewidert suchten wir schnell mit leeren händen das weite. dafür fand luis nebenan bei heritage 1981 ein großartiges kariertes hemd, eine schöne jeans und einen dunkelblauen pullover. schließlich habe ich mir bei hot topic noch eine leoparden-cat-eye-sonnenbrille gekauft, nachdem wir uns beide eine weile über die diversen zum verkauf stehenden halloween-outfits amüsiert hatten, die ausnahmslos einen lächerlich kurzen rock zum bestandteil hatten.

zwar nicht richtig zufrieden aber jedenfalls shopping-müde stiegen wir wieder in unser auto und fuhren nach san josé in der hoffnung dort das imax-dome-kino besuchen zu können – sowas kannte ich nämlich noch nicht. tatsächlich haben wir es auch gefunden (und das obwohl wir keine wegbeschreibung hatten) aber leider fand gerade an diesem abend in dem angrenzenden tech museum ein empfang statt und so war das imax geschlossen. also sind wir noch ein bisschen durch san josé gelaufen, haben kurz überlegt in ein anderes kino zu gehen, und sind dann schließlich einfach nach hause gefahren.



day 5: california here we come
October 17, 2008, 9:26 pm
Filed under: northern cali

zum glück fiel uns das frühe aufstehen dank zeitverschiebung nicht schwer. um 7:45 holte uns unser airport shuttle am hotel ab und um 8:00 standen wir schon am jfk airport. dort mussten wir erstmal was frühstücken, unter anderem einen erstaunlich leckeren egg sausage mcmuffin von mcdonalds. danach ließen wir mal wieder einen security check über uns ergehen. in amerika muss man dazu die schuhe ausziehen. das ist zwar sicherlich sinnvoll aber auch irgendwie fies.

eine weile mussten wir noch warten, aber dann durften wir endlich unseren virgin-flug boarden. dieser hielt eine erfreuliche überraschung für uns bereit: in der rückenlehne der sitze waren touchscreens eingelassen über die man essen bestellen, musik hören, filme, serien und fern-sehen konnte. so habe ich mir den ca. 6-stündigen flug mit 5 aufeinanderfolgenden folgen von top designer – einer tollen inneneinrichtungs-reality-tv-show – vertrieben. außerdem ein bisschen geschlafen. zu essen gab es leider nichts inklusive und die zu bezahlenden dinge sahen zu unlecker aus um dafür geld auszugeben. auch getränke gab es nur einmal unaufgefordert und irgendwie fand ich es doof die stewardessen ständig wegen einem winzigen becher cranapple juice zu bemühen.

dementsprechend kamen wir ziemlich ausgehungert in san francisco an. dank weiterer zeitverschiebung war es erst ungefähr 2. bald hatten wir unser gepäck und fuhren mit einem viel zu vollen zug erst einmal um den kompletten flughafen herum und dann zur mietwagen-abhol-station. unsere sorgen unsere koffer könnten nicht in den kofferraum passen bestätigten sich zum glück nicht. wir konnten alles wunderbar in unserem neuen gefährten – einem roten ford focus – verstauen. dank ausgedruckter google map fanden wir auch ohne große probleme unser hotel: ein comfort inn in palo alto (silicon valley). ein richtiges tolles motel mit parkplätzen und zugang zu den zimmern über einen balkon außen am haus.

schnell haben wir unsere koffer abgestellt und luis hat mittels erfreulicherweise vorhandenem w-lan nachgeschaut wo der nächste in’n'out burger ist. dort gibt es ganz tolle, frische, noch nie eingefrorene burger und pommes. gottseidank haben wir auch das schnell gefunden und nach fast 12 stunden endlich wieder was zu essen bekommen.

als nächstes stand ein besuch bei unseren neuen nachbarn auf dem programm: stanford university. bei einem derartig unverschämt bonzigen campus wundert es mich wirklich überhaupt nicht, dass die studiengebühren so teuer sind. bevor man überhaupt zu den gebäuden kommt fährt man erstmal 5 minuten eine palmenallee runter und links und rechts ist alles nur park, der sicherlich von ungefähr 50 mexikanern in schuss gehalten werden muss. nett sieht das ganze natürlich schon aus, als student dort fühlt man sich bestimmt sofort und automatisch wahnsinnig klug und wichtig und zu ganz viel höherem berufen.

leider ging schon die sonne unter und so fuhren wir nach einem kurzen spaziergang weiter. bei dieser gelegenheit wurden wir zeugen unseres ersten californischen sonnenuntergangs bei dem dank luftverschmutzung noch ewig nachdem die sonne schon weg ist der horizont ganz faszinierend orange leuchtet. unser ziel war diesmal ein großer amerikanischer supermarkt. als wir dort ankamen waren wir etwas besorgt er könnte bald schließen, weil es schon fast 8 war. als wir aber einen mitarbeiter nach den öffnungszeiten fragten, teilte er uns ganz irritiert mit, dass sie 24/7 geöffnet hätten… ein traum!

also gingen wir ganz gründlich einen gang nach dem nächsten durch und kauften unter anderem goldene oreos, alle möglichen zutaten um sandwiches zu machen, shampoo und duschgel, tolle, in deutschland bestimmt verbotene zahnweiß-zahnpasta und, besonders wichtig ben & jerry’s eis. die von mir sehnlich erwartete sorte vermonster mit maple syrup gab es leider nicht mehr, und so entschieden wir uns für oatmeal-cookie-chunk.

nun blieb nur noch zu bezahlen (erschütternd viel) und dann schnell nach hause zu fahren und köstliches eis zu genießen.



day 4: sunset kitsch
October 17, 2008, 9:16 pm
Filed under: new york

langsam taten die füße nun auch schon beim aufstehen weh. trotzdem quälten wir uns auch am 4. tag wieder tapfer aus dem bett. einem city-guide, den wir freundlicherweise in unserem zimmer vorgefunden hatten, entnahmen wir ein café in dem es nett sei zu frühstücken. also machten wir uns auf den weg, die 5th avenue hinunter, bis zum flatiron district, zur new york bakery. zu einem sehr ansprechenden interieur gesellte sich eine feine auswahl an frühstücksartikeln: frisches obst mit granola und joghurt, alles erdenkliche gebäck, porridge, bagels und kaffee satt. es tat wirklich gut mal wieder was frisches zu essen. und die preise waren auch sehr annehmbar.

mit vollen bäuchen ging es weiter richtung greenwich village – dort wollten wir uns nochmal in ruhe die hübschen seitensträßchen ansehen. zunächst hielt uns aber noch ein buchladen auf: barnes & noble auf der 5th avenue, nach eigenen angaben der größte buchladen der welt. die preise konnten allerdings nicht überzeugen, bei amazon kosten die bücher genau so viel. trotzdem habe ich mir ein interessant klingendes buch gekauft: special topics in calamity physics von marisha pessl – verglichen mit lolita und everything is illuminated. “for the devotee of inventive new fiction.”

schließlich in greenwich village angelangt war tatsächlich noch ein ganz anderes new york zu entdecken: ruhig und grün, mit kinderwägen statt autos und taxis auf den straßen. weiter ging es richtung east village, vorbei am laden von patricia field, in den ich mich dann doch nicht reingetraut habe. angesichts zu teurer preise einen laden voller begehrenswerter dinge mit leeren händen zu verlassen ist einfach zu niederschmetternd.

also führte unser weg weiter zum angeblich besten cupcake laden in ganz new york (quelle: galadarling.com): sugar sweet sunshine. die gegend auf dem weg dorthin war plötzlich mehr als unheimlich, keine touristen weit und breit, stattdessen überall junkies und homeless people. aber da ich mir von unserem zielbesserung erhoffte gingen wir mutig weiter. leider wurden wir dafür nicht belohnt: weder waren die cupcakes besonders toll, noch wurde die gegend angenehmer. aber die namen der verschiedenen cupcake sorten waren nett (sassy red velvet, ooey gooey). richtung norden wollten wir uns ins richtige east village retten. tatsächlich gab es dort einige ganz nette boutiquen, aber so richtig wohl fühlten wir uns trotzdem nicht.

deshalb sprangen wir in die metro und fuhren zur grand central station, die auch wirklich immer wieder einen besuch wert ist. ich frage mich, ob es irgendwo auf der welt einen bahnhof gibt, der auch nur annähernd so schön ist. auch der food court im untergeschoss war wirklich beeindruckend.

nun wollte ich noch das subway-gitter sehen, auf dem marilyn monroe in the seven year itch ihren rock fliegen ließ. dankenswerterweise war es sogar in unserem ebenfalls im hotel erhaltenen statdplan eingezeichnet. aber finden konnten wir es nicht. wahrscheinlich standen gerade taxis darauf herum. zum trost haben wir uns bei jamba juice einen saft gekauft. jamba juice ist wirklich eine tolle sache, dort gibt es alle möglichen tollen smoothie-kreationen aus frischen früchten. yummy.

derart gestärkt nahmen wir als nächstes den weg zur un auf uns. dort fand aber leider gerade eine ungemein wichtige veranstaltung statt, so dass man uns nicht aufs gelände ließ. durch den zaun betrachtet war die ganze sache weit weniger beeindruckend als aus der nähe. also mussten wir mal wieder die 5th avenue hinauf wandern, um schließlich in einer seitenstraße – übrigens genau gegenüber vom hintereingang des moma (hätten wir das mal am vortag gewusst) – den manola blahnik laden zu finden. das schaufenster war sehr klein und unauffällig aber gab den blick auf die wunderbarsten schuh-kunstwerke frei. aus ähnlichen gründen wie bei patricia field habe ich mir auch hier den besuch fürs nächste mal aufgespart.

es war immer noch nicht so richtig spät, dabei wollten wir doch unseren nächsten programmpunkt – die spitze des rockefeller centers – gerne bei sonnenuntergang erledigen. trotzdem machten wir uns schonmal auf den weg dorthin und schauten uns die geschäfte unten im turm und den platz dahinter an. die fläche auf der im winter schlittschuh gelaufen wird, sah ohne eis enttäuschend uninspirierend aus.

letzendlich entschlossen wir uns doch uns auf den weg nach oben zu machen. ich war froh, dass wir im moma kombi-tickets gekauft hatten und uns ganz ohne das gefühl sich unaufhaltsam leerender konten in die warteschlange hinter eine der unausweichlichen japanischen reisegruppen stellen durften. zum glück dauerte das warten gar nicht so schrecklich lange und oben angelangt konnten wir new york zuerst bei tageslicht, dann bei sonnenuntergang und dann bei nacht von oben bewundern. der besuch hat sich absolut gelohnt und ich würde top of the rock dem empire state building in zukunft immer vorziehen, weil man im freien steht und nicht hinter glasscheiben eingezwängt ist.



als wir uns endlich von den lichtern der großen stadt losgerissen und wieder auf der erdoberfläche angekommen waren, merkten wir, dass unsere mägen knurrten. dem stadtführer hatte ich einige lecker klingende italiener in der nähe unseres hotels entnommen, aber als wir dort vorbeigingen sahen sie uns alle irgendwie viel zu posh aus.

aber ganz zufällig wurden wir doch noch fündig: rare bar & grill an der lexington avenue und 37. straße. dort bekam ich noch meinen langersehnten new yorker cosmopolitan und luis den besten burger ever. er war aus einem steak zubereitet worden, mit speck umwickelt, mit caramellisierten zwiebeln und köstlichem geschmolzenem käse und salat belegt. dazu gab es tolle frische, ganz dünne shoestring fries. und ein pickle. unerhört großzügig hat luis mir immer wieder gabeln mit dieser köstlichkeit in den mund geschoben. ich hatte leider nicht so viel glück, durch ein missverständnis hatte ich mir einen vegetable burger bestellt, sprich eine gemüsefrikadelle. die konnte auch durch den durchaus leckeren salat auf dem sie lag nicht gerettet werden konnte. zum trost habe ich mir zum nachtisch noch keylime-cheesecake mit frischen erdbeeren und schlagsahne bestellt und wurde fürstlich entschädigt.

nachdem wir die entsprechend erschreckende rechnung bezahlt hatten, blieb nichts weiter zu tun als nach hause zu rollen und dort schonmal die koffer für den nächsten tag zu packen.



day 3: artsy fartsy
October 13, 2008, 6:56 am
Filed under: new york

für diesen sonntag hatten wir uns die museen vorgenommen. also fuhren wir mit der metro bis zur 86th street – das ist ungefähr auf der höhe vom guggenheim, das am weitesten nördlich liegt. dort angekommen haben wir uns erstmal verlaufen, was nicht schlimm war, weil man so mal ein bisschen new york ganz ohne touristen zu sehen bekam. und schließlich haben wir das guggenheim doch noch gefunden. rein gegangen sind wir nicht, weil der eintrittspreis mit 18$ nicht ganz billig war und ich die sammlung ja schon in bonn gesehen hatte. aber das gebäude gesehen zu haben war den besuch auf jeden fall wert.

das wetter war übrigens schrecklich, die ganze zeit nieselte/tröpfelte/regnete es und schwül war es auch wieder furchtbar. das nächste stück weg sind wir im central park gelaufen. wie gerne hätte ich auf einer der wiesen eine pause eingelegt. aber das war uns dieses mal leider nicht vergönnt. dafür haben wir aber das wasser-reservoir und organisiert rennende menschen gesehen.

als nächstes kamen wir zum met. auch hier hatten wir aus mangel an übergroßem interesse beschlossen uns den eintrittspreis zu sparen. aber den shop konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. schließlich hat dort mein vater früher immer seine krawatten bestellt und einige weihnachts-dinge haben wir auch von dort. dementsprechend habe ich die gelegenheit ergriffen ein paar mitbringsel für meine eltern zu besorgen.

danach konnte es weiter gehen richtung frick collection. dort angekommen stellten wir aber fest, dass unsere mägen knurrten und wir einen museums-besuch ganz unmöglich auf nüchternen magen durchtstehen würden. also machten wir uns auf die suche nach ein paar bagels für ein spätes frühstück. nach einem unendlich langen marsch fanden wir schließlich in der 2nd avenue das paradis: pick-a-bagel. dort bestellten wir everything bagels mit egg salad, lox und oliven-creamcheese, dazu 2 latte. zu spät erst entdeckten wir, was wir uns noch alles auf die bagels hätte packen lassen können. aber auch so waren wir sehr zufrieden.

erneut gestärkt konnten wir nun zur frick collection zurückkehren und uns in diesem eindrucksvollen wohnhaus alle möglichen weltklasse gemälde zu gemüte führen. seitdem möchte ich später auch gerne in einem haus mitten in new york – mit park-blick! – leben, das aussieht wie ein museum. nur andere künstler würde ich mir dafür aussuchen denke ich. whistler war allerdings eine neu-entdeckung für mich. ich finde zu recht der einzige amerikanische künstler, den herr frick für seine sammlung als würdig erachtete.

über die madison avenue ging es weiter richtung downtown. hier gab es ganz andere kunst zu bewundern: die schaufenster der wichtigsten modehäuser aus europa und amerika. besonders hat es mir die boutique von oscar de la renta angetan. wenn ich mal zu viel geld haben sollte, weiß ich jetzt jedenfalls wo ich es ausgeben wollen würde.

der nächste stop war der apple cube an der 5th avenue. dort haben wir uns des kostenlosen w-lans bedient um nachzusehen wann und wo in new york welche filme gezeigt werden. außerdem haben wir die neuen, zum glück wieder schlanken und wunderbar bunten i-pod nanos bewundert und uns an dem weichen futter einiger laptop-taschen berauscht.

nun war es an der zeit das moma zu besuchen, bis zum ende der öffnungszeiten blieben schließlich nur noch gut zwei stunden. an der kasse stellten wir erfreut fest, dass es ein kombi-ticket mit dem rockefeller center gab, das wir ohnehin am nächsten tag besuchen wollten. aber zunächst natürlich moma. ich glaube nächstes mal gehe ich lieber ins whitney, das sich auf amerikanische künstler spezialisiert hat. viele der europäischen sachen hat man nämlich doch schon oft gesehen. und auf monet und konsorten kann ich ohnehin verzichten. trotzdem hat es sich gelohnt. jetzt weiß ich, dass der goldene fisch einen steinernen bruder hat. ob der auch nachts ein hemdchen trägt? auch die aktuelle foto-ausstellung hat uns gut gefallen. gerade wurde (neben einem anderen künstler) sogar eine deutsche gezeigt: jospehine meckseper. nur die ständige photo-sammlung (und damit andreas gursky) waren leider gerade nicht zugänglich.

schon im museum fingen unsere füße ganz grauenvoll an weh zu tun. trotzdem konnten wir uns den museums-shop natürlich nicht entgehen lassen. dort fanden wir: poster von taxi driver und a clockwork orange und ich tolles wonder-woman-briefpapier. für meine umfangreiche nicht-elektronische korrespondenz. hinterher machten wir uns auf den weg richtung times square. in der 42nd street gibt es nämlich doch ein kino und dort schauten wir uns zur erholung und zum angemessenen abschluss des tages eagle eye im imax an. ich wusste gar nicht, dass ich so scharf sehen kann.

kino in amerika ist toll. es gibt so große portionen cola und popcorn, dass einem schon schlecht wird, wenn man nur die hälfte davon verzehrt. und an besonders patriotischen stellen klatscht und jubelt das publikum – und das im wie ich dachte liberalen und zynischen new york. der film war übrigens ganz okay und sicher gut geeignet und ihn im imax zu sehen. er hat uns jedenfalls wieder so weit wach gemacht, dass wir anschließend den weiten heimweg relativ gutgelaunt überstanden haben.



day 2: new york, new york
October 8, 2008, 7:18 am
Filed under: new york

dank jetlag konnten wir richtig früh aufstehen. die subway station war quasi um die ecke. dort wurden wir gleich mal angeschnorrt. leider hatten wir aber noch kein kleingeld. die sache endete dann damit, dass der schnorrer uns dabei geholfen hat, unsere subway-tickets zu kaufen. blöderweise sind wir erstmal auf der falschen seite reingegangen. dank einer freundlichen subway-angestellten schafften wir es aber doch noch auf den weg richtung downtown.

bei bowling green sind wir ausgestiegen und haben uns auf den weg richtung battery park gemacht. die ganze zeit hielten wie ausschau nach frühstücks-donuts, aber leider erstmal ohne erfolg. im battery park scharten sich schon all die touristen. obwohl die freiheitsstatue wirklich nur ganz klein auszumachen war, entschieden wir uns dagegen mit dem boot hinzufahren – aus geld- und zeitgründen.

danach machten wir uns auf den weg richtung wall street. unterwegs mussten wir mit ansehen wie der wall street bulle von einer gruppe japanischer touristen attakiert wurde. am stock exchange angelangt (ruhig da wochenende) haben wir uns erstmal einen new york hot dog gegönnt, da immer noch keine donuts in sicht waren. insgesamt eine sehr enttäuschende erfahrung.

myspace graphic
om nom nom

als nächstes stand ground zero auf dem programm. schon krass, dass nach 7 jahren dort immer noch nichts steht, immer noch ein riesen loch in der skyline klafft. man kann quasi einmal drum rumlaufen und sich davon überzeugen, wie die arbeit voran geht. es gibt auch ein info center mit gift-shop und 10$ führungen. das haben wir uns aber gespart und sind an einer fragwürdigen jeff koons vorbei zurück auf den broadway gegangen.

wir haben dann doch noch einen dunkin donuts entdeckt, wo luis sich 2 glazed donuts und einen kaffee und ich mir einen hochkalorischen smoothie gegönnt haben. nach einer entsprechenden frühtstückspause auf einer schönen parkbank sind wir zur brooklyn bridge gelaufen. überraschend wie nah all diese sehenswürdigkeiten zusammenliegen. der blick von der brücke war aber damals bei nacht wirklich spektakulärer als diesmal bei nebel. bei diesem komischen schwül-warm-dunstigen wetter war es mal wieder zeit eine schicht kleidung abzulegen.

als nächstes stand die lafayette street auf dem programm. ganz praktisch führt sie zunächst durch china-town mit chinesischen mcdonalds- und straßenschildern und durch little italy mit köstlich duftenden pizza-places (leider lagen donuts und smoothie noch nicht lang genug zurück). und am besten ist: sie endet in soho, wo es wirklich sehr sehr cool ist. nicht zuletzt weil dort der irregular choice laden liegt. aber auch tarina tarantino, betsey johnson, supreme store und bape.

bei irregular choice habe ich mir gleich mal ein paar tolle blaue reduzierte schuhe gekauft. und bei tarina tarantino ein paar überteuerte ohrringe, die ich später einmal in einer großen geste meiner liebsten enkelin vermachen werde. und in einem tollen laden namens girl props mit einer wahnsing strangen verkäuferin gab es großartigen geschmacklosen, pinken, glitzernden schmuck für wenig geld.

und weiter gings richtung greenwich village. dort konzentriert sich die new yorker uni, dementsprechend waren viele studentisch aussehende junge menschen unterwegs. es nieselte schon seit einer ganzen weile richtig fies und so entschlossen wir uns schließlich für ein pizza restaurant namens patsy’s. dies stellte sich als sehr gute entscheidung heraus, denn sowohl der salat als auch die riesengroße pizza mit sausage and olives waren wunderbar. gut hat mir gefallen, dass man ganz frei aus den verschiedenen belägen auswählen konnte und je zusätzlichem belag einfach 2,50$ mehr bezahlt hat. und dass es umsonst wasser dazu gab.

erneut gestärkt verließen wir patsy’s mit der halben pizza in einem doggy bag verstaut. den brodway entlang liefen wir am flatiron building vorbei zum empire state building. wegen dem nebel konnte man leider nicht die spitze sehen. unsere füßen waren kurz davor den geist aufzugeben und so gingen wir erstmal ins hotel. dort machten wir den fehler uns hinzulegen und nur mit mühe schafften wir es um 8 wieder aufzustehen. dafür wurden wir aber mit einer überraschung belohnt: aus unserem hotel fenster sahen wir in der dunkelheit das empire state building leuchten.

da wir also schon wach waren machten wir uns auf den weg zum times square, zu fuß via broadway. samstag abend war möglicherweise nicht der ideale zeitpunkt dafür. ähnlich wie reeperbahn und rummelplatz fanden wir die bunten lichter und sich ziellos herumschiebenden menschen eher anstrengend. ein kino zu finden ist uns leider auch nicht gelungen und so gingen wir schließlich zurück ins hotel, erfreuten uns an den resten unserer erkalteten pizza, tollem unterwegs erworbenem soda (cherry coke zero! mountain dew!) und etwas amerikanischem fernsehen.