Luis and Johanna do America


day 10: hwy 1 pt 2
November 12, 2008, 9:57 am
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dies versprach der landschaftsmäßig bisher spektakulärste tag zu werden. luis war ja 2006 schonmal geschäftlich im silicon valley und ist damals den ganzen hwy 1 von pacifica bis san luis obispo an einem tag abgefahren. seitdem meinte er, dass ich das auch unbedingt mal sehen müsste, besonders den 17-mile-drive zwischen monterey und carmel.

um uns also für all diese spektakulären eindrücke zu stärken, haben wir uns erstmal das übliche bei starbucks und jamba juice besorgt und unser frühstück dann am lover’s point – einem hübschen kleinen park am meer – in monterey verspeist. dabei konnten wir auch einige surfer beobachten und uns über die gefahr von tsunamis belehren lassen.

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die straße, die uns am meer entlang weiter richtung süden führte hieß pacific grove und wurde im reiseführer nicht ohne grund als sehenswert angepriesen. sie ging in den 17-mile-drive über, der aber im gegensatz zu pacific grove eintritt kostet. das liegt daran, dass hier einige sehr teure golfplätze und hotels und auch diverse häuser diverser stars liegen. wir hielten erstmal am pebble beach, wo besucher vor uns die herumliegenden steine zu zum teil sehr gewagten türmchen aufgestapelt hatten. man fühlte sich fast wie in einer prähistorischen kunstausstellung. die möwen fanden es offensichtlich großartig.

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weiter ging es an der küste entlang zu einem großen felsen auf dem massenweise robben lebten. mit bloßem auge konnte man sie nur hören, aber durch herumstehende, mit quartern zu fütternde ferngläser konnte man sie auch erkennen. kaum zu glauben, dass diese dicken tiere auf ihren kleinen flossen solche felsen hochklettern können.

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aber auch ohne robben bot die küste immer wieder einen wunderschönen anblick. eigentlich hätte man alle fünf meter anhalten können. oder natürlich auch mal ein kleines stück zu fuß gehen. aber wir waren nunmal in amerika. also hielten wir erst wieder bei der einsamen zypresse an, die ganz alleine auf einem felsen am meer steht und das logo des 17-mile-drive ist. auf einer aussichtsplattform speziell für diesen berühmtesten baum kaliforniens war zu lesen, dass er ein symbol für kraft und widerstandsfähigkeit sei. man kann es auch übertreiben finde ich.

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bevor wir den 17-mile-drive hinter uns ließen hielten wir noch an einem golf-resort und durften – hinter einem kleinen zaun zurückbleibend – den natürlich viel wertvolleren wahren gästen beim golfen direkt am meer zusehen. wie gerne hätte ich da den joker nicht nur auf luis tshirt dabei gehabt. immerhin ließen ein paar rehe sich nicht von zäunen und schildern abhalten und grasten seelenruhig den kostbaren golfrasen ab.

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direkt hinter den schranken des 17-mile-drive liegt das kleine örtchen carmel by the sea, wo angeblich auch brad pitt ein haus besitzt. in solch guter gesellschaft beschlossen wir unsere mittagspause einzulegen und gingen mit unseren airberlin-flugzeug-decken an den strand, wo wir ein paar sandwiches aßen und den reiseführer für die weitere strecke zu rate zogen. von hier hatte man auch nochmal einen netten blick auf den gerade besuchten golfplatz.

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südlich von carmel erstreckt sich das gebiet big sur wo es meilenweit weder eine nennenswerte siedlung noch eine abfahrt ins landesinnere gibt. man ist also quasi gefangen auf dem highway 1, der sich halsbrecherisch durch die hügel direkt am meer windet, oft ohne dass einen auch nur eine winzige leitplanke von meterhohen abgründen trennen würde. wir waren an diesem sonntag nicht die einzigen, die diese spektakuläre strecke befahren wollten, und das trotz der abgeschiedenen gegend und der für urlaub unüblichen jahreszeit. (mein fazit: am besten nicht in der hochsaison oder am wochenende kommen. schon gar nicht in der hochsaison am wochenende).

ist aber auch verständlich, denn die landschaft ist wirklich spektakulär. gegen diese berge und serpentinen – direkt am weiten, grenzenlosen ozean – kommt einem die eigentlich ja auch großartige ligurische küste richtig harmlos vor. beim blick aufs meer hat man eine so weite sicht, dass man die krümmung der erde am horizont erkennen kann (oder das zumindest denkt).

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landeinwärts hat es wohl gebrannt an diesem tag, denn wir konnten immer wieder hubschrauber dabei beobachten, wie sie über das meer flogen, um wasser zum löschen zu holen und auf jedem parkplatz entlang der straße standen feuerwehrfahrzeuge.

ziemlich weit im süden von big sur kamen wir an einen strand, an dem sich eine see-elefanten kolonie niedergelassen hat – nur wenige meter von der straße entfernt. hier konnte man diese riesigen tiere bei ihrer lieblingsbeschäftigung beobachten: den ganzen tag faul in der sonne liegen. nur einige männchen bekämpften sich im hintergrund.

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leider verließ der highway die küste, gerade als die sonne unterging und so bekamen wir nur noch die letzten sekunden davon mit.

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den rest der fahrt mussten wir im dunkeln zurücklegen. auf dem sehr stark befahreren highway 101 war das nicht gerade eine freude, vor allem weil in amerika das benutzen der fernlichter ganz offensichtlich nicht verboten ist. um 8 kamen wir endlich in unserem motel in buellton an. weil wir hier nur eine übernachtung bleiben wollten und die meisten hotels in der gegend unverschämt teuer wahren, hatten wir uns für ein motel 6 entschieden. dass die preise so günstig waren, haben wir verstanden, als wir das zimmer sahen. leider kein so erhebender abschluss für einen so wunderschönen tag.

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und auch die suche nach etwas essbarem wurde nicht von erfolg gekrönt: die fastfood restaurants in diesem fürchterlichen kaff waren alle -  bis auf das personal -ausgestorben und luis schreckte vor der gefahr kalter burger und labbriger, stundenalter pommes zurück. also gab es im hotel mal wieder nur sandwiches und dazu den fürchterlichen film “what happens in vegas” (gedacht als einstimmung für unseren bald bevorstehenden besuch dort).



day 9: hwy 1 pt 1
November 11, 2008, 9:32 pm
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an diesem samstag mussten wir leider unser liebgewonnenes comfort inn an el camino real verlassen. zuerst fuhren wir ein stück in richtung norden auf dem highway 280 und in pacifica dann schließlich an die küste. unterwegs haben wir an einem aussichtspunkt gehalten, um einmal die kalifornischen hügel von oben zu betrachten. wie dave eggers sagen würde: mohair hills

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als wir in pacifica am pazifik ankamen war es nebelig und windig und nicht gerade warm. ich konnte gut verstehen, warum die bäume dort sich so zusammen kauern. ein bisschen hat mich die ganze stimmung an sylt und nordsee erinnert. kalifornien kann eben mehr als palmen und wüste. nach einem kleinen spaziergang auf der strandpromenade und einigen begegnungen mit sehr frechen raben (vgl.: alfred hitchcock: die vögel) haben wir erstmal im auto gefrühstückt.

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der highway 1 schlängelte sich immer nahe am meer entlang und ich hatte ein schlechtes gewissen, dass luis als fahrer nicht so viel von der aussicht hatte wie ich. deshalb sind wir auch immer wieder angehalten und ausgestiegen, so zum beispiel an einer lagune und an einem leuchtturm. außer meer und strand gab es außerdem ständig kürbis-felder an der straße und auf diversen pumpkin patches haben sich die leute schonmal für halloween eingedeckt.

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santa cruz war die erste nennenswerte stadt an der wir vorbeikamen. wir fuhren erstmal zum boardwalk – einem dieser vergnügungsparks direkt am strand. das parken gestaltete sich schwierig, da wir nicht bereit waren 10$ dafür zu bezahlen (ich weiß schon, ich schreibe zu viel über geld) – aber schließlich haben wir eine freie parkuhr gefunden und dank im automaten gewechseltem geld dort für eine stunde bezahlt und geparkt.

am boardwalk haben wir uns erstmal einen corndog gegönnt – das ist ein hotdog, der in sonderbaren teig gehüllt und dann frittiert wird. ich kann euch versichern, die sache war genau so widerlich, wie der name und die beschreibung sich anhören. beurk. da uns danach beiden ein klein wenig schlecht war beschlossen wir auf eine achterbahnfahrt zu verzichten. an einer kleinen bude konnte man tickets kaufen mit denen man dann die verschiedenen rides bezahlen musste. wir haben einige gekauft und sind dann mit einer art gondelbahn gefahren, die langsam über den gesamten boardwalk in einiger höhe hinwegführte.

als wir in unserer gondel saßen, nur mit einer lächerlich wirkenden stange über unseren beinen gesichert, wurde uns doch etwas mulmig und wir bereuten, nicht doch lieber achterbahn gefahren zu sein. die ganze fahrt unterhielten wir uns darüber, was wohl passieren würde, wenn wir abstürzten und dass luis bessere überlebenschancen hätte, weil seine hälfte sich über sand befand. ich muss sagen, das waren genau die ermutigenden worte, die ich in diesem moment hören wollte. dafür nochmal danke!

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nachdem wir das teufelsding mit ztternden knien aber sonst natürlich unbeschadet wieder verlassen hatten, wollten wir nur noch zu unserem auto zuück und machten dann noch einen abstecher in die innenstadt von santa cruz. haight ashbury war ja schon nicht arm an sonderbaren gestalten gewesen, aber die leute hier waren noch ein bisschen krasser, zum teil war ihnen der regelmäßige konsum der einen oder anderen droge deutlich anzumerken und anzusehen. wir parkten wieder an einer parkuhr und sahen uns einige der shops an, wurden aber nicht fündig.

also ging die fahrt weiter nach monterey, wo die nächste übernachtung vorgesehen war – wieder in einem comfort inn. dadurch, dass es genau am flughafen lag, war es leicht zu finden. ganz so schön wie in unserem bisherigen heim war es hier nicht, aber wir fühlten uns trotz der etwas dunkleren farbgebung ganz wohl.

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nachdem wir unsere koffer abgestellt hatten, machten wir uns nochmal auf den weg, um das nachtleben von monterey zu erkunden. fisherman’s wharf haben wir uns gespart, weil der reiseführer meinte, das sei auch nichts anderes als in san francisco und fisherman’s wharf dort hatten wir ja schon vor jahren als touristen-falle entlarvt. wir fuhren also zur cannery row – einer gegend wo früher mal sardinen eingedost wurden. dort gibt es heute einige restaurants und andere geschäfte zur erheiterung von touristen sowie das wohl sehr sehenswerte aber zu dieser zeit natürlich geschlossene aquarium.

da unser letzter restaurantsbesuch noch nicht lang genug zurücklag fuhren wir weiter und machten noch einen abstecher zu safeway um mal wieder eine neue sorte ben & jerry’s kennen zu lernen. cinnamon buns hat uns auch nicht enttäuscht. dafür der dazu angeschaute neue x-files film aber umso mehr.

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day 8: be sure to wear some flowers in your hair
October 20, 2008, 6:51 pm
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unseren letzten tag in der bay area hatten wir uns für san francisco aufgehoben. auf dem weg dorthin gerieten wir leider das erste mal in einen stau. und befuhren eine dieser irren brücken-intersections. da wird einem ganz schwindelig, vor allem weil die kurven schiefgelegt sind wie bei einer carrera-bahn (oder wie die heißen). auf den stau folgte der große spaß des parkplatz suchens – ohne sich mit den fiesen parkgebühren zu ruinieren. zum glück haben wir aber schließlich doch ein parkhaus mit annehmbaren preisen in richtig guter lage gefunden.

von dort sind wir erstmal zur market street gelaufen, am union square vorbei. ein forever 21 den wir auf dem weg besuchten konnte mich schon erheblich mehr begeistern als der erste und ich fand sogar einigen richtig netten schmuck. in dem urban outfitters in dem ich schon vor 8 jahren mit somang shoppen war, fanden wir ein schönes hemd für luis, das es aber leider nicht mehr in seiner größe gab. und in einem unglaublichen schuhladen, den ich auch schon von früher kannte, verbrachte ich eine ganze weile mir die unzählbaren reihen verbilligter designer-schuhe anzuschauen um schließlich bei allen zu hohe absätze zu disgnostizieren und den laden mit unverichteter dinge wieder zu verlassen.

langsam bekamen wir hunger und machten uns auf den weg richtung chinatown. auf der karte im reiseführer hatte ich die kürzeste route ausfinding gemacht – nur leider wurden dort die höhenunterschiede nicht angegeben und wir mussten ganz schön die berge rauf und wieder runter klettern. dafür wurden wir mit einigen netten ausblicken, unter anderem auf die bay und alcatraz belohnt. chinatown war leider eine einzige fiese enttäuschung. die läden die ich als skurril und bunt in erinnerung hatte waren einfach nur ramschig und das essen, das wir uns auch noch antaten möchte ich am liebsten vergessen. wenigstens war es billig. trotzdem war die stimmung etwas gedrückt und luis musste mich erstmal mit einem pumpkin spice latte bei starbucks wieder aufpäppeln.

als nächstes fuhren wir nach haight/ashbury und hier war es gottseidank immer noch so cool wie ich es in erinnerung hatte. nur leider parkten wir auf einem kurzzeit-parkplatz und hatten daher nicht so recht die ruhe all die tollen vintage-shops und ausgefallenen boutiquen zu durchforsten. trotzdem habe ich wirklich viele tolle sachen gesehen, die ich zu einem etwas geringeren preis sofort mitgenommen hätte. ich komme also auf jeden fall wieder!

über the castro (das ursprüngliche gay-viertel) fuhren richtung the mission wo viele hispanics leben und es dementsprechend tolle burritos geben soll. bis wir aber den im reiseführer am heißesten gelobten burritoshop gefunden hatten wurde es schon dunkel und da weit und breit kein parkplatz in sicht war entschieden wir uns uns nicht noch ewig in düsteren seitenstraßen danach umzusehen sondern lieber doch nach hause zu fahren um uns nicht als ahnungslose touristen unbeliebt zu machen.

auf der 101 war mal wieder stau und so setzten wir unseren weg auf el camino real fort – das ist eine straße die mindestens von san francisco bis nach los angeles führt, wenn nicht weiter, und an der auch unser hotel sowie so ziemlich jede fastfood-, supermarkt- und restaurant-kette liegt von der amerika jemals gehört hat. dort hofften wir noch etwas essbares zu finden um unsere bäuche für das unzumutbare mittagessen zu entschädigen. und wir wurden mehr als fündig: bei chevy’s gab es tolles (ich gebe zu: amerikanisiertes) mexikanisches essen und dazu margaritas. aus gläsern halb so groß wie mein kopf. om nom nom! (das ist übrigens guacamole auf luis’ burrito!)

um nicht schon wieder zeitverschiebungsbedingt um 10 einzuschlafen beschlossen wir zum abschluss des tages noch ins kino zu gehen. die suche nach selbigem gestaltete sich zwar extrem kompliziert, aber sie lohnte sich, denn wir entschieden uns für “burn after reading” von den coen brothers und dies ist ein wahrlich ausgezeichneter, lustiger, unterhaltsamer film mit durchweg großartiger besetzung. hier die absolut beste szene des ganzen films. zu beachten: was brad pitt mit seinen augen macht.



day 7: wino country
October 19, 2008, 10:00 pm
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dieser tag begann für uns beide bei starbucks. für luis mit white chocolate moca oder einer ähnlichen delikatesse und für mich mit einem sehr fiesen soy latte – venti auch noch. das war meine kulturwissenschaftliche neugier. ich mag ja sojamilch gern (vor allem wenn sie silk heißt wie bei the l-word), aber warm und schaumig: igitt. tapfer habe ich das zeug trotzdem auf unserer fahrt richtung san francisco ausgetrunken. dort, in san fran, war es richtig klischeemäßig neblig so dass das klischeemäßige golden gate bridge bild ziemlich mistig ausgefallen ist. trotzdem der vollständigkeit halber:

nach san francisco selber fuhren wir an diesem tag gar nicht sondern weiter richtung norden, durch sausalito das ich vom schüleraustausch vor 8 jahren sehr nett in erinnerung hatte. diesmal wars nicht sehr begeisternd, dafür haben wir einen tollen supermarkt entdeckt in dem es die größten mengen fein säuberlich gestapelten gemüses gab, die ich je gesehen habe. das muss für jemanden dort eine richtige lebensaufgabe sein. und einen blick auf die stadt jenseits der bucht haben wir noch erhascht. links außerhalb des bildes liegt alcatraz.

danach ging die fahrt weiter an unser eigentliches ziel: sonoma valley, das neben napa valley einen teil von wine country nördlich von san francisco ausmacht. napa kennt man vielleicht, weil mr. big sich dort mal einen weinberg gekauft hat. ganz genau wollten wir erstmal nach glen ellen (wo wir auf einer seitenstraße 2 rehe erblickten) und dort in den jack london state park. das ist land, das früher dem autor von wolfsblut etc. gehört hat und auf dem er auch landwirtschaft betrieben hat.

nachdem man uns 7$ eintritt abgeknöpft hatte mussten wir nun wohl oder übel etwas zeit dort verbringen – widerwillig rangen wir uns durch einen kleinen hike zu taken. 10 minuten den ersten trail hinunter begegnete uns aber ein verhängnisvolles schild: beware of mountain lions. da wir so ziemlich die einzigen besucher des parks waren, machte uns diese ankündigung doch etwas angst in die wir uns gegenseitig völlig übertrieben hineinsteigerten und so schließlich beschlossen umzukehren und einen anderen wanderweg auszuprobieren.

der zweite weg führte an jacks cottage vorbei und angeblich schließlich zu einem see. als wir in schon fast zur hälfte geschafft hatten, erspäten wir am wegesrand schon wieder ein mountain-lion-schild. aber dieses mal blieben wir stark und wanderten mutig durch wald und regen zum see der sich als ein schlammiges ausgetrocknetes loch entpuppte. passte irgendwie. auf diesen bildern sieht man: das cottage, den doofen see und mein dem anlass perfekt angepasstes outfit. (sogar eine tigerfell-tasche um den mountain lion richtig in rage zu versetzen)


nach dieser eigentlich unzumutbaren anstrengung mussten wir uns erstmal mit ein paar sandwiches bei einem picknick im auto stärken. danach machten wir uns auf den weg ins napa valley. unserem reiseführer zufolge ist sonoma valley liberaler während napa valley sehr konservativ und auch ein kleines bisschen angesehener ist. ich muss sagen, es sah dort auch alles irgendwie beeindruckender aus. die vineyards (weinberge wäre der falsche ausdruck, denn sie waren flach) schienen mehr ins reih und glied zu stehen und die auffahrten zu den wineries waren erheblich pompöser.

wir durchquerten das tal bis wir schließlich beim culinary institute of america (abkürzung c.i.a.) ankamen. da würde ich auch gerne kochen lernen. ein richtiges schloss und ein super ausblick. da es zu früh war zum abendessen und uns 30$ für eine vorspeise auch etwas übertrieben vorkamen, ließen wir das sicherlich ausgezeichnete restaurant diesmal aus. stattdessen sahen wir uns den shop und die riesigen weinfässer im weinkeller an.

es war schon spät und wir hatten genug gesehen und machten uns deshalb auf den rückweg. drei zwischenstops legten wir allerdings noch ein, bevor wir im hotel ankamen: einen zum tanken, das viel günstiger war als befürchtet. einen bei target, wo wir für wahnsinnig wenig geld eine uhr, boxershorts, ein t-shirt und ein paar schuhe bekamen. und schließlich einen bei carl’s junior, einer fastfood-kette bei der ich einen burger mit guacamole essen wollte. als ich aber im hotel hineinbiss stellte ich fest, dass man ausgerechnet die guacamole weggelassen hatte. da geh ich nie wieder hin! um mich wieder aufzuheitern haben wir uns im fernsehen noch ein bisschen angeschaut, wie palin sich bei der vice-debate zum deppen gemacht hat.



day 6: urban outfitters, forever 21, victoria’s secret und wie sie alle heißen
October 17, 2008, 9:34 pm
Filed under: northern cali

der tag begann mit einem mit schönen blüten bestreuten auto und einem jamba juice vom jamba juice laden direkt gegenüber.

auf dem programm standen die apple headquarters in cupertino und verschiedene silicon-valley malls. aber zuallererst mussten wir walgreens, eine drogerie, aufsuchen, da ich mir durch die omnipräsenten klimaanlagen eine kleine erkältung eingefangen hatte. dann ging es aber gleich weiter zu apple. dort besuchten wir den speziellen shop, wo man so großartige nutzlosigkeiten wie apple-tshirts, -notizbücher und tassen erwerben konnte. auf dem besucherparkplatz sahen wir außerdem ein auto, von dem luis steif und fest behauptet, dass es steve jobs gehört. wegen dem barcode statt nummernschild.

auf dem weg zu den malls fuhren wir noch am winchester mystery house vorbei. das ist ein haus, dass die verrückte frau des gleichnamigen waffenfabrikanten unendlich ausbauen ließ, bis es schließlich unzählbar viele zimmer und solche besonderheiten wie ins nichts führende türen und treppen hatten. da uns aber der eintrittspreis mit 23$ doch etwas übertrieben erschien verzichteten wir auf eine einstündige geführte tour und fuhren stattdessen weiter zu outdoor mall “santana row” direkt gegenüber.

nachdem luis sich mit einem starbucks kaffee und einem breakfast sandwich gestärkt hatte begaben wir uns an den langersehnten ort der schönen kleidung: urban outfitters. leider oder auch zum glück war die auswahl gar nicht so überwältigend und so fiel mir die entscheidung für ein oberteil, eine unterhose und einen hello-kitty-schlüsselaufstecker nicht schwer. luis fand eine reduzierte kurze hose, ein tolles joker t-shirt und 2 schöne uni-farbene t-shirts in grau und blau. drüberhinaus wurden wir in santana row leider nicht fündig. wir besuchten zwar noch den h&m, fanden aber nichts und die sonst noch vorhandenen teuren designer-boutiquen ersparten wir uns.

zum glück gab es um die ecke noch eine weitere mall: westfield valley fair. bei charlotte russe fand ich einen schottenkarierten bleistiftrock und ansonsten viele prinzipiell hübsche aber schlecht sitzende oberteile. also nahm ich nur den rock und zwei paar reduzierte ohrringe mit. bei victoria’s secret fand ich drei ganz bezaubernde höschen aber leider trotz ausgedehnter suche keinen bh der den preis von 50$ wert gewesen wäre. forever 21, auf das ich mich nach so häufigem lesen auf so vielen blogs fast am meisten gefreut hatte, war eine einzige enttäuschung. alles war chaotisch, die oberteile billig verarbeitet, die röcke viel zu kurz, der schmuck kreuz und quer durcheinander… enttäuscht und angewidert suchten wir schnell mit leeren händen das weite. dafür fand luis nebenan bei heritage 1981 ein großartiges kariertes hemd, eine schöne jeans und einen dunkelblauen pullover. schließlich habe ich mir bei hot topic noch eine leoparden-cat-eye-sonnenbrille gekauft, nachdem wir uns beide eine weile über die diversen zum verkauf stehenden halloween-outfits amüsiert hatten, die ausnahmslos einen lächerlich kurzen rock zum bestandteil hatten.

zwar nicht richtig zufrieden aber jedenfalls shopping-müde stiegen wir wieder in unser auto und fuhren nach san josé in der hoffnung dort das imax-dome-kino besuchen zu können – sowas kannte ich nämlich noch nicht. tatsächlich haben wir es auch gefunden (und das obwohl wir keine wegbeschreibung hatten) aber leider fand gerade an diesem abend in dem angrenzenden tech museum ein empfang statt und so war das imax geschlossen. also sind wir noch ein bisschen durch san josé gelaufen, haben kurz überlegt in ein anderes kino zu gehen, und sind dann schließlich einfach nach hause gefahren.



day 5: california here we come
October 17, 2008, 9:26 pm
Filed under: northern cali

zum glück fiel uns das frühe aufstehen dank zeitverschiebung nicht schwer. um 7:45 holte uns unser airport shuttle am hotel ab und um 8:00 standen wir schon am jfk airport. dort mussten wir erstmal was frühstücken, unter anderem einen erstaunlich leckeren egg sausage mcmuffin von mcdonalds. danach ließen wir mal wieder einen security check über uns ergehen. in amerika muss man dazu die schuhe ausziehen. das ist zwar sicherlich sinnvoll aber auch irgendwie fies.

eine weile mussten wir noch warten, aber dann durften wir endlich unseren virgin-flug boarden. dieser hielt eine erfreuliche überraschung für uns bereit: in der rückenlehne der sitze waren touchscreens eingelassen über die man essen bestellen, musik hören, filme, serien und fern-sehen konnte. so habe ich mir den ca. 6-stündigen flug mit 5 aufeinanderfolgenden folgen von top designer – einer tollen inneneinrichtungs-reality-tv-show – vertrieben. außerdem ein bisschen geschlafen. zu essen gab es leider nichts inklusive und die zu bezahlenden dinge sahen zu unlecker aus um dafür geld auszugeben. auch getränke gab es nur einmal unaufgefordert und irgendwie fand ich es doof die stewardessen ständig wegen einem winzigen becher cranapple juice zu bemühen.

dementsprechend kamen wir ziemlich ausgehungert in san francisco an. dank weiterer zeitverschiebung war es erst ungefähr 2. bald hatten wir unser gepäck und fuhren mit einem viel zu vollen zug erst einmal um den kompletten flughafen herum und dann zur mietwagen-abhol-station. unsere sorgen unsere koffer könnten nicht in den kofferraum passen bestätigten sich zum glück nicht. wir konnten alles wunderbar in unserem neuen gefährten – einem roten ford focus – verstauen. dank ausgedruckter google map fanden wir auch ohne große probleme unser hotel: ein comfort inn in palo alto (silicon valley). ein richtiges tolles motel mit parkplätzen und zugang zu den zimmern über einen balkon außen am haus.

schnell haben wir unsere koffer abgestellt und luis hat mittels erfreulicherweise vorhandenem w-lan nachgeschaut wo der nächste in’n'out burger ist. dort gibt es ganz tolle, frische, noch nie eingefrorene burger und pommes. gottseidank haben wir auch das schnell gefunden und nach fast 12 stunden endlich wieder was zu essen bekommen.

als nächstes stand ein besuch bei unseren neuen nachbarn auf dem programm: stanford university. bei einem derartig unverschämt bonzigen campus wundert es mich wirklich überhaupt nicht, dass die studiengebühren so teuer sind. bevor man überhaupt zu den gebäuden kommt fährt man erstmal 5 minuten eine palmenallee runter und links und rechts ist alles nur park, der sicherlich von ungefähr 50 mexikanern in schuss gehalten werden muss. nett sieht das ganze natürlich schon aus, als student dort fühlt man sich bestimmt sofort und automatisch wahnsinnig klug und wichtig und zu ganz viel höherem berufen.

leider ging schon die sonne unter und so fuhren wir nach einem kurzen spaziergang weiter. bei dieser gelegenheit wurden wir zeugen unseres ersten californischen sonnenuntergangs bei dem dank luftverschmutzung noch ewig nachdem die sonne schon weg ist der horizont ganz faszinierend orange leuchtet. unser ziel war diesmal ein großer amerikanischer supermarkt. als wir dort ankamen waren wir etwas besorgt er könnte bald schließen, weil es schon fast 8 war. als wir aber einen mitarbeiter nach den öffnungszeiten fragten, teilte er uns ganz irritiert mit, dass sie 24/7 geöffnet hätten… ein traum!

also gingen wir ganz gründlich einen gang nach dem nächsten durch und kauften unter anderem goldene oreos, alle möglichen zutaten um sandwiches zu machen, shampoo und duschgel, tolle, in deutschland bestimmt verbotene zahnweiß-zahnpasta und, besonders wichtig ben & jerry’s eis. die von mir sehnlich erwartete sorte vermonster mit maple syrup gab es leider nicht mehr, und so entschieden wir uns für oatmeal-cookie-chunk.

nun blieb nur noch zu bezahlen (erschütternd viel) und dann schnell nach hause zu fahren und köstliches eis zu genießen.