Luis and Johanna do America


day 15: on the road again
November 21, 2008, 1:20 pm
Filed under: grand canyon, las vegas

es war uns natürlich nicht möglich las vegas zu verlassen, ohne nochmal den pool zu besuchen. so kam es, dass wir schon ziemlich spät dran waren, als wir endlich richtung grand canyon aufbrachen, wo wir um 4 mit meiner tante camilla verabredet waren. trotzdem ließen wir es uns nicht nehmen nochmal den teil des strips abzufahren, den wir bei unserem spaziergang am vortag versäumt hatten. das venetian und das wynn waren es auch tatsächlich wert angeschaut zu werden.

als wir dann auf dem freeway wahren, meinte luis, dass hier doch der hoover dam in der nähe sei, und ob wir dort nicht noch vorbeifahren wollten. ich sträubte mich, weil wir ja sowieso schon spät dran waren. aber das schicksal wollte es, dass die route, die wir von google maps bekommen hatten ohnehin vorsah, dass wir auf unserem weg nach arizona über den damm fuhren. das ganze war allerdings keine sehr erinnerungswürdige angelegenheit – der damm war viel kleiner, als ich ihn mir wegen seinem berühmten namen vorgestellt hatte. beeindruckend waren nur die riesigen stromanalagen außenrum (ich finde sowas grundsätzlich faszinierend).

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tatsächlich sollte der hoover dam erstmal das interessanteste bleiben, was wir auf dieser fahrt zu sehen bekamen. wir versuchten uns mit einem country radiosender (großartiges beispiel hier) über die ewigen, schnurgeraden straßen und den umstand, dass wir immer noch keinen kaktus gesehen hatten hinwegzutrösten, aber auch das half nicht sehr lange. immerhin bekamen wir noch die route 66 zu sehen.

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in williams konnten wir endlich auf die straße zum grand canyon abfahren. vorher mussten wir aber noch essbares besorgen, da wir mit meiner tante ausgemacht hatten an diesem abend ein potluck zu veranstalten. ich finde das ist ein ausgesprochen schöner brauch. der einkauf war aber weniger angenehm, ich fühlte mich zwischen den ganzen arizona-einwohnern sehr fremd und fehl am platz.

auf der straße richtung grand canyon hielten wir die ganze zeit ausschau nach ersten anzeichen dafür. etwas das grand ist, müsste man doch eigentlich schon lange vorher sehen können. tatsächlich war da auch ein berg in dem wir den canyon vermuteten, aber die straße führte uns daran vorbei und bis zur einfahrt in den national park begegneten wir keiner weiteren nennenswerten erhöhung. was uns nicht bewusst war, war dass wir den ganzen tag leicht bergauf gefahren waren und uns mittlerweile auf einer höhe von 7000 fuß befanden.

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wir fuhren also schließlich in den national park ein, bezahlten die 25$ gebühren und folgten der beschilderung zum camping platz. wir fuhren an einem parkplatz vorbei und ich schaute rechts aus dem fenster und plötzlich rutschte mir das herz in die hose, denn da war… die welt zuende! erst kilometer weiter sah man einen steilen abhang und bis dahin war da nichts. nur ein riesiges loch im boden. unfuckingbelievable! leider konnten wir nicht anhalten, weil es schon 5 war und wir somit eine stunde verspätung hatten.

am campingplatz fanden wir meine tante zum glück sehr schnell. sie hatte schon ein feuer gemacht, war tagsüber in den canyon gewandert und ein kleines bisschen sauer, dass wir so spät waren. aber zum glück hat sie uns schnell verziehen. ich wollte eigentlich unbedingt noch zum canyon, um dort den sonnenuntergang zu erleben, aber wir mussten das zelt aufbauen, das meine tante für uns mitgebacht hatte, bevor es dunkel wurde. es war schweinekalt – vermutlich ungefähr 30°c kälter als morgens noch in las vegas.

als das zelt stand packten wir all das migebrachte essen auf den tisch und vergnügten uns damit. om nom nom! leider ging bald unser feuerholz zur neige und luis machte sich auf nochmal welches (zu einem unverschämt horrenden preis von etwa 15$) zu besorgen. aber auch dies hielt nicht lange vor. als wir gerade dachten wir müssten schon um 8 vor dunkelheit und kälte ins bett fliehen kam ein heer mit einem arm voll holz auf uns zu. das hätte er gestern am colorado river gesammelt, aber brauche es nun in seinem wohnmobil nicht mehr. oder zumindest nicht so dringend wie wir. auf nachfragen meinte er sein englisch sei nicht so gut. lange rede, kein sinn: der herr war deutsch, aber auch nach dieser feststellung nicht sonderlich gesprächig. wir jedenfalls konnten noch eine weitere stunde am feuer sitzen bleiben und fotos davon machen.

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day 14: what happens in vegas
November 19, 2008, 1:25 pm
Filed under: las vegas

der erste programmpunkt für diesen tag war das frühstücksbuffet im bellagio. einmal wollte ich so richtig die vielfalt des amerikanischen frühstücks genießen. für 14$ erhielten wir zutritt zum sehr ansprechenden buffet-raum. dort wurden wir erstmal mit kaffee und frischem, köstlichem orangensaft versorgt. und dann ging es los. luis holte sich french toast mit ahornsirup und reichlich vanille und schokoladen-softeis. ich denke hier hat der reiz des verboteten eindeutig eine rolle gespielt. ich legte meine auswahl etwas breiter an: eine waffel (mit einem kleinen bellagio-b auf der vorderseite), 2 stücke french toast, einige pancakes, viel ahornsirup, knuspriger bacon und ein paar frühstücks-würstchen. danach waren wir beide schon zeimlich satt  – kein wunder bei so vielen kohlehydraten am morgen.

aber natürlich mussten die 14$ aufs vollste ausgenutzt werden. zumal es inzwischen nach 11 war und das buffet dementsprechend auf mittagessen umgerüstet wurde. luis holte sich noch eine portion garnelen (ging natürlich nicht anders, war aber eine enttäuschung, da shrimps nicht frisch sondern wässrig und kalt. kein wunder mitten in der wüste) und 2 stücke pizza. ich wollte unbedingt noch eggs benedict probieren (wenig begeisternd), außerdem natürlich auch pizza frühstücken und fürs gute gewissen noch etwas obst: ananas und überaus leckere erdbeeren mit sahne. auf dem rückweg zum tisch erspähte ich eine schüssel mit köstlich aussehendem salade nicoise. den wollte ich in der nächsten runde probieren. dazu kam es aber leider nicht mehr. schon den zweiten teller konnte ich kaum leer essen und luis seinen ebensowenig.

wir rollten also aus dem buffet-raum, zurück ins casino, wo die leute schon wieder spielten und tranken und rauchten. ich glaube mir war noch nie so schlecht wie in diesem moment. zumindest nicht vom essen unverdorbender nahrungsmittel. ich habe mich kurz ernsthaft gefragt, was man wohl mit mir machen würde, sollte ich gezwungen sein mich neben eine slot machine, auf den psychedelischen casino-teppich zu übergeben. zum glück verflog diese anwandlung wieder. aber ich habe mir trotzdem geschworen für den rest meines lebens nie nie nie wieder ein buffet aufzusuchen. zur erinnerung soll mir dieses plakat des buffets im luxor dienen:

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um die essensberge in unseren mägen in energie umzusetzen beschlossen wir einen kleinen spaziergang am strip entlang zu machen. draußen tobte ein wüstensturm, der mir immer wieder marilyn-mäßig mein kleid entriss und binnen minuten unsere münder aufs unerträglichste austrocknete. wir sahen uns noch einige weitere hotels und casinos an, wobei die casinos eigentlich alle gleich ausschauen. aber die mottos der hotels sind zum teil schon witzig, z.b. treasure island und new york, new york. so bekam ich auch die freiheitsstatue noch aus der nähe zu sehen.

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das mandalay bay hat zwar kein theme, gefiel uns aber ganz gut. es geht ins luxor über, das pyramiden-förmige hotel, das trotz aufwändigen umbauten hässlich und veraltet und vergammelt und überholt aussieht. etwas deprimierend. das treaure island ist von innen auch wenig überzeugend, das theme ist einfach irgendwie ätzend und man fühlt sich wie in einem alptraum von walt disney. das mgm grand war aber wieder sehr cool, obwohl auch nicht das neuste. im sportwetten bereich ruhten wir uns erst etwas aus und sahen uns dann die verschiedenen restaurants an (die speisekarten wohlgemerkt nicht) und waren durchweg vom design begeistert. auch eine vending machine für ipods und ähnliches hat uns überzeugt.

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auf dem rückweg kauften wir uns noch zwei flaschen wasser und machten uns dann im bellagio angelangt direkt auf zum pool um so weiter der austrocknung vorzubeugen. dort war es toll, denn man bekam 2 riesige handtücher, musste als hotelgast keinen eintritt bezahlen, traf keine nicht-hotel-gäste an, befand sich in sehr angenehmem ambiente, konnte sich stundenlang in den hot tub setzen und von dort aus cocktails (frozen margarita! strawberry daiquiri!) bestellen und diese dann aufs zimmer buchen lassen. nur der bereits erwähnte stürmische wind sorgte für etwas unbehagen, da er zeitweise so stark war, dass er wasser aus den pools herauswehte was unangenehm war, wenn man gerade neben einem kalten becken stand.

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leider schloss der pool (in der nebensaison) um 6, sonst hätten wir dort ohne weiteres noch stunden verbringen können. stattdessen gingen wir zurück ins zimmer, zogen uns um und machten uns etwas widerwillig auf die suche nach essbarem. der gedanke war zwar kein schöner, aber irgendwie würden wir an diesem tag doch noch etwas essen müssen. entsprechend dieser lustlosen einstellung hatten wir keine lust viel auszugeben und entschieden uns deshalb fürs bellagio café. das essen (caesar’s salad und nudelgericht) war dann doch wieder sehr gut und schmeckte auch. dazu trank ich einen weiteren cocktail, schließlich waren wir ja in las vegas. direkt nebenan, im atrium, war schon alles unfreiwillig gruselig halloween-mäßig dekoriert.

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nach dem essen wollte luis dann endlich black jack spielen. wir hatten am vorabend noch herausgefunden, dass es doch 5$ tische gab, und zwar die tische, die für rollstuhlfahrer gedacht sind (das sieht man daran, dass sie niedriger sind als die anderen). ich finde das sonderbar: muss man gehbinderte menschen mehr als andere davon abhalten ihr geld aus dem fenster zu werfen? ziemlich herablassend finde ich (fand auch ein mitspieler, der gerne viel mehr gesetzt hätte aber wegen seinem rollstuhl auf den 5$ tisch festgelegt war). luis jedenfalls ließ sich 40$ in münzen geben und trotz gelegentlicher gewonnener runden und hilfreichen mitspielern war dieses geld nach einer viertelstunde leider verschwunden.

wir wollten dann unser glück nochmal an unserer lucky slot machine vom vortrag probieren, aber leider sprang außer 2 complimentary cocktails dieses mal nichts dabei heraus. was mal wieder belegt was man eh schon wusste: glücksspiel ist die falsche strategie um geld zu vermehren. man darf es nur als spaß ansehen und das eingesetzte geld von vornherein als verloren ansehen. dann kann man höchstens positiv überrascht werden.

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day 13: the valley of death
November 17, 2008, 6:17 pm
Filed under: las vegas

das warme frühstück (diesmal bagels mit ei, sausage und käse überbacken, ein kleines bisschen eklig) war genau die richtige stärkung für die weite fahrt, die uns an diesem tag bevorstand. unser ziel war nämlich las vegas: 523 kilometer entfernt. zum glück hatte ich mir die wegbeschreibung auf luis iphone geladen und konnte so meiner pflicht als navi vorbildlich wie immer nachgehen.

zuerst fuhren wir noch ein bisschen durch die kalifornische hügellandschaft, vorbei am vergnügungspark six flags magic mountain (nur achterbahnen). aber danach war die strecke genau so wie man es sich vorstellt: zweispurig durch die wüste. ab und zu ein paar trailer ein paar hundert meter von der straße entfernt. sehr heiß und sehr trostlos.

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ab victorville fuhren wir dann wieder über die autobahn. schnell fiel uns auf, dass der standstreifen quasi übersäht war mit reifenteilen. die hitze und die auf dieser straße erlaubten unerhöhrten 75 mph taten den reifen offensichtlich gar nicht gut. ein umstand, der mich ehrlichgesagt den ganzen tag über etwas nervös machte. aber ich darf jetzt schon verraten: kein reifen ist geplatzt, wir sind nicht unkontrolliert über die straße geschlingert, wir mussten nicht in sengender hitze den ersatzreifen abringen.

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irgendwann tauchte am highway, mitten im nichts, eine riesige outlet-mall auf. dankbar für eine pause fuhren wir hin und bekamen überaus günstig eine reisetasche (um darin bisherige und künftige errungenschaften zu verstauen), eine badehose für luis, damit er den hotel-pool nutzen konnte und ein paar polo-shirts, deren marke ich mich nicht traue zu nennen. für mich gab es leider nichts, war immer noch alles zu teuer. um so faszinierender fand ich die scharen asiatischer touristen die mit reisebussen angekarrt wurden und allesamt absurd große einkaufstaschen in den händen hatten.

schließlich fuhren wir weiter und kamen bald ins death valley. das erkannte man unter anderem daran, dass man darauf hingewiesen wurde nun doch bitte die klimaanlage auszumachen, da die hitze in kombination it der steigung (ich nehme an beim verlassen des tales) sonst den motor überfordern könnte. man kann sich denken wie angenehm es war ohne klimaanlage durch die wüste zu heizen (ganz wortwörtlich sozusagen).

andere bemerkenswerte vorkomnisse waren die vielen casinos, die schon weit vor las vegas den highway säumten. villeicht sollten sie leute abfangen, die genug von der fahrt hatten und endlich ihr sauer verdientes geld in blinkende und klingelnde maschinen werfen wollten. wir aber hielten durch und wurden schließlich mit dem ersten blick auf las vegas belohnt. sehr sonderbar, wie da so plötzlich riesige, schimmernde hotelgebäude aus der wüstenlandschaft aufragten.

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noch hatten wir es aber nicht ganz gechafft, denn wir mussten noch zu unserem hotel, zum bellagio, dem mit den fontänen davor, kommen. dank selbiger war es nicht schwer das hotel zu finden, aber nun standen wir vor der schwierigen entscheidung ob wir wohl selbst parken sollten oder vor den haupteingang zum valet parking fahren sollten. da wir nicht wussten wie weit es vom self parking zum check in wäre und ob das vielleicht nur für nicht-hotel-gäste gedacht war, fuhren wir beherzt richtung valet parking. und wo wir schon dabei waren haben wir auch gleich noch unsere koffer aufs zimmer bringen lassen. dabei haben wir allerdings den fehler gemacht, dem valet kein trinkgeld zu geben, dem koffer-mann dafür umso mehr, obwohl man doch eigentlich erst etwas gibt, wenn die koffer im zimmer abgeliefert werden?! aber die ganze pompösität der auffahrt und der stress das im laufe der zeit im gesamten auto verstreute gepäck zusammen zu suchen hatte uns wohl doch etwas verwirrt.

dankbar unsere quitschenden und schweren koffer los zu sein gingen wir erstmal zu den toiletten, damit luis sich etwas ansehnlicheres anziehen konnte – statt shorts und shirt. denn nun ging es zum check-in. und dafür hatten wir einen wagemutigen trick geplant: im internet ist zu lesen, dass ein strategisch zwischen kreditkarte und personalausweis positionierter 20-dollar-schein (so dass die 20 zu sehen ist) in manchen hotels in las vegas dazu führt, dass man ein “complimentary” upgrade bekommt. als wir in der schlage standen und den ernst schauenden mann am check-in sahen hätte uns fast der mut für diesen plumpen bestechungsversuch verlassen. aber der gedanke an einen blick auf den strip bei nacht spornte uns an und so standen wir beide mit zitternden händen da als luis das kreditkarten-geld-personalausweis-päckchen über den tresen reichte und nach einem upgrade fragte. und tatsächlich hatten wir glück! im gegensatz zu den damen am schalter neben uns, die wohl nicht so großzügig gewesen waren.

sehr erleichtert machten wir uns zu unserem zimmer auf. zu den aufzügen ging es gleich mal durchs casino wo es ständig klingelte und bimmelte, das aber sehr offensichtlich durch die allgemeinen lautsprecher und nicht an bestimmten slot-machines, die ohnehin leider keine münzen mehr ausspucken, die man dann in großen plastikbechern sammeln kann, sondern nur noch sehr uninspirierende papierstücke mit bar-codes drauf.

im zimmer angelangt riefen wir in der gepäckzentrale an, damit uns das gepäck aufs zimmer gebracht würde. der zweite gepäck-mann war sehr freundlich, erzählte von den unvermeidlichen verbindungen nach deutschland und gab uns shopping tipps. als er weg war erkundeten wir erstmal das zimmer. alles in allem war ich vom stil nicht so wahnsinnig angetan, alles ein bisschen zu braun und zu düster. und das bett war nicht so bequem wie im hampton inn, die kissen nicht in zwei verschiedenen ausführungen vorhanden. das bad mit badewanne und verglaster dusche war dafür recht ansprechend.

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nun wollten wir natürlich auch die stadt sehen. es wurde schon dunkel und wir waren hungrig, da wir seit dem frühstück nichts mehr gegessen hatten. zunächst gingen wir etwas im casino des bellagio spazieren und sahen uns die restaurants an. diese lagen aber alle etwas außerhalb unseres budgets und uns beim buffet anzustellen hatten wir keine lust. also gingen wir, vorbei an diversen designer-boutiquen von chanel bis dior usw. raus aus dem bellagio und über eine brücke auf die andere straßenseite. von dort hatten wir einen guten blick auf unser hotel.

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im casino/hotel paris ist das restaurant mon ami gabi, das auf dem unbezahlbaren tripadvisor.com das beste rating in ganz las vegas hat. hier entschlossen wir uns zu essen, nachdem wir uns auch noch von der unangemessenheit der restaurants im planet hollywood überzeugt und uns entschieden hatten das buffet-essen lieber aufs frühstück zu verlegen. leider war aber erstmal kein reinkommen bei mon ami gabi (sehr unfreundschaftlich, finde ich) und so reservierten wir einen tisch für 40 minuten später und schauten uns so lange im casino des paris um, beobachteten leute beim black jack und warfen zaghaft einige kleine münzen in slot machines.

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schließlich war unsere zeit für mon ami gabi gekommen. drinnen war es ungeheuer dunkel und ich sank unangenehm tief auf meiner bank ein, so dass ich mich zunächst fragte, ob ich in der lage sein würde über die tischkante hinwegzusehen. der busboy (ich weiß jetzt, was das ist: ein hilfskellner – aber wo gibt es das in deutschland schon?) versorgte uns mit wasser, frischem, tatsächlich sehr gutem baguette und wasser. dann kan der richtige kellner, gab uns die karten und informierte und über die specials. er hatte doch tatsächlich einen französischen akzent! wir bestellten beide wein und steaks mit pommes, ich noch eine portion ratatouille dazu. mit dem wein (den wir probieren mussten obwohl offener wein – etwas ungewöhnlich, oder?) wurden uns bald auch absurd große steakmesser gebracht – ich glaube patrick bateman wäre begeistert gewesen.

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das essen war solala (leider nicht olala), das steak sehr dünn und schnell kalt und die pommes klein uns etwas zu knusprig. das ratatouille war sehr wässrig und kam vermutlich aus der dose. danach bestellte luis noch einen espresso, der seinen ansprüchen nicht entsprach, was er bitte in den kommentaren genauer erläutern möge. die rechnung enthielt eine sehr positive überraschung insofern, als der kellner uns keins der getränke (2 x wein, 1 x espresso) berechnet hatte. vielleicht weil ich ratatouille aussprechen konnte?

nun wollte luis aber spielen, und zwar black jack, weil da die chance am wenigsten zu gunsten des casinos verzerrt sind. wir erinnerten uns früher am abend viele tische mit einem mindesteinsatz von 5$ gesehen zu haben, aber diese waren nun alle tischen mit mindestens 10$ bis hin zu 500$ (pro runde wohlgemerkt) gewichen. wir wanderten durchs flamingo (pink und nach komischem raumparfum riechend), durch ceasar’s palace (amis, die plastik-repliken römischer brunnen und skulpturen forografieren), durch eine wenig ansprechende noname spielhalle und schließlich wieder durchs bellagio – aber ohne erfolg.

also verlegten wir uns wieder aufs slots spielen. zunächst mussten wir eine geeignete maschine finden: einsatz 25ç, an möglichst sichtbarem ort, aber nirgends wo leute aus langeweile, z.b. beim warten, spielen könnten. als dies gerschafft war galt es die aufmerksamkeit einer der kellnerinnen zu erregen um den genuss freier drinks zu kommen, die ausgeschenkt werden um leute zu unvernünftigerem spielen zu verführen. leider kann man mit 25ç pro spiel nicht so wahnsinnig unvernünftig sein und so wurden wir lange zeit ignoriert. schließlich bekamen wir zwar einen vodka martini und eine margarita, aber trotz großzügigem trinkgeld kam die kellnerin danach nicht mehr zu uns zurück. zum ausgleich besuchte uns lady luck und wir gewannen tatsächlich über 20$ bei einem einsatz von 5$.

ein gewinn ist bekanntermaßen der ideale zeitpunkt mit dem spielen aufzuhören und so gingen wir zurück aufs zimmer, freuten uns über 20$ in 1$-scheinen und sahen uns nochmal die fontänen mit der zugehörigen musik aus dem fernseher (channel 22) an. insgesamt kann das wasser übrigens zu 30 verschiedenen songs tanzen.

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