Luis and Johanna do America


day 16: abso-f***ing-lutely in-f***ing-credible
November 25, 2008, 9:20 pm
Filed under: grand canyon


nach einer windigen und kalten nacht im zelt standen wir um 7 auf, um schnell zu frühstücken und dann viel zeit zu haben in den canyon zu laufen.

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leider machte uns die frau des freundlichen holzmanns vom vorabend einen strich durch die rechnung: sie kam mit einem kessel heißen wassers und als wir meinten, wir hätten nichts wozu es heißes wasser bräuchte, lud sie uns zu einer tasse kaffee in ihren wohnwagen ein. dort packte sie dann auch noch frühstück aus, obwohl wir selber noch so viel zu essen hatten. sie berichtete, dass ihr mann den canyon bei sonnenaufgang ansah und fuhr dann fort uns ihre halbe lebensgeschichte zu erzählen. eine dieser unangenehmen situationen, in denen man weiß, dass man dankbar sein sollte, aber trotzdem gerne weg möchte. schließlich kam ihr mann zurück und wir verabschiedeten uns, machten ein paar brote und fuhren zum canyon.

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vom parkplatz mussten wir noch ein stück laufen und wieder sah alles ganz harmlos und normal aus, so als würde man einfach durch eine ganz gewöhnliche bewaldete landschaft laufen. unser ziel war der south kaibab trail, der tief in den grand canyon hinein führt. und schließlich war es so weit: wir standen am rand des canyons. grand ist er in der tat. es ist ein gefühl ganz anders als oben auf einem berg wenn man nach unten schaut. man hat das gefühl in die erde hinein zu blicken. so weit das auge reicht fallen rötliche wände steil in die erde ab. man ist erstmal atem- und sprachlos von dem anblick. und dann euphorisch.

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der weg war in den fels gehauen und auf beiden seiten ging der fels steil nach oben / nach unten. teilweise schon etwas unheimlich. besonders wenn dann an den besonders steilen stellen (d.h. 70% der strecke) noch sehr hohe, unebene, staubige stufen dazukamen. aber da wir so viel fotographieren musssten, konnten wir sowieso nicht schnell laufen. am ooh-aah point machten wir das erste mal richtig pause. hier hatte man auch das erste mal einen echten blick in den canyon hinein, davor waren wir nur durch einen seitenarm geklettert. wie groß dieses ding ist kann man auf bildern einfach gar nicht sehen. unten waren weitere schluchten und berge drin – total surreal.

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am nächsten halt gab es eine toilette und einen maultier-rastplatz. ich war wirklich froh, dass wir nicht auf riesigen störrischen maultieren die stufen runterreiten mussten. aber zum anschauen waren sie natürlich nett. und zu essen gab es auch endlich wieder was. kalt wars trotz sonne immer noch.

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von mir aus hätten wir jetzt auch zurückgehen können, aber meine tante wollte unbedingt noch weiter und im nachhinein bin ich dankbar, dass wir nicht so früh umgekehrt sind. es war toll wie sich die vegetation und das klima veränderte, je tiefer man in den canyon kam. es wuchs immer mehr und man musste immer weniger anhaben. da konnte man fast vergessen, dass man jetzt schon über 500 höhenmeter überwunden hatte. am skeleton point sahen wir zum ersten mal den colorado river am grund des canyons. nächstes mal will ich auf jeden fall ganz nach unten und dann dort übernachten. dieses mal machten wir aber an dieser stelle kert und uns wieder an den aufmarsch.

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der aufsteig war weniger schlimm als erwartet. natürlich anstrengend, aber da schon so viele fotos gemacht waren, dauerte rauf gar nicht so viel länger als runter, obwohl uns ein infoblatt auf eine doppelt so lange zeit eingestellt hatte. und je höher man kam, desto angenehm kühler wurde es wieder, auch wenn nicht mehr ganz so wie am vormittag. und süße tierchen haben wir gesehen. (und weil bilder mehr sagen als 1000 worte lasse ich jetzt die bilder sprechen und halte zur abwechslung mal die klappe)

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zur erleichterung als wir gegen 3 wieder oben waren gesellte sich abschiedsschmerz. für mich war der grand canyon auf jeden fall die einsrucksvollste station unserer reise und ich glaube ich habe in meinem leben noch nie so etwas faszinierendes gesehen und bezweifle sehr, dass sich das toppen lassen wird. zum abschiedsschmerz kam noch, dass wir noch eine fies lange fahrt vor uns hatten. am nächsten tag wollten wir in san diego sein und so wollten wir an diesem tag noch ordentlich vorankommen um den nächsten tag nicht im auto zu verschwenden. und dann musste ich auch noch meiner tante auf wiedersehen sagen, die ich durch ihren wohnort santa fe leider nur richtig selten sehe.

die fahrt führte uns durch phoenix und dann wollten wir eigentlich richtung palm springs fahren und dort anhalten, wo uns die augen zufielen um am nächsten tag weiter nach san diego zu fahren. aber in phoenix war plötzlich schon san diego ausgeschildert und so disponierten wir SPONTAN um. erst ging es über eine dunkle landstraße durch gruselige geisterstädte (vgl. gila bend) und schließlich auf eine tolle moderne autobahn an der mexikanischen grenze entlang. unterwegs stärkten wir uns nochmal bei in’n'out. nach 7 stunden kamen wir in yuma an wo aber alles irgendwie unsympathisch und teuer war und bis san diego war es auch noch ein stück.

also fuhren wir weiter und kamen noch in den genuss am straßenrand menschen mit riesen scheinwerfern die grenze ableuchten zu sehen und auch selber durch eine straßen-kontrolle zu kommen, die man auf der leeren straße schon kilometerweit sehen und fürchten konnte. links von uns verlief die grenze und man sah immer wieder lichter von städten auf der anderen seite herüberleuchten. wirklich völlig bizarr. völlig erschöpft kamen wir irgendwann gegen halb 12 in el centro an und stürzten uns gleich auf das erste motel 6, trotz schlechter erfahrungen, einfach wegen dem günstigen preis. vor uns war eine dame an der rezeption, die luis treffsicher als mexikanische prostituierte identifizierte. im zimmer musste er dann zu allem überfluss noch 3 insekten töten. ein insektenfreies zimmer wär ja irgendwie doch wichtiger gewesen als der riesige pool vor unserem zimmer, der doch sicher nie genutzt wird…


2 Comments so far
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Meine tollen Special Edition Air Max sind ruiniert :(
Aber der Grand Canyon war es wert meine Lieblingsschuhe zu ruinieren.

Und 9 Stunden Autofahren nach einer 6 Stunden Wanderung macht keinen Spass :(

Comment by Luis

Wow, diese Fahrt hört sich echt abenteuerlich an. Fast als hätte es einen eigenen Post verdient – aber was kommt gegen den Canyon schon an? Da will ich auch mal hin!
Erstaunlich, dass noch keiner geklagt hat, weil es keine Absicherung gibt…

Comment by Svenja




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