Luis and Johanna do America


day 13: the valley of death
November 17, 2008, 6:17 pm
Filed under: las vegas

das warme frühstück (diesmal bagels mit ei, sausage und käse überbacken, ein kleines bisschen eklig) war genau die richtige stärkung für die weite fahrt, die uns an diesem tag bevorstand. unser ziel war nämlich las vegas: 523 kilometer entfernt. zum glück hatte ich mir die wegbeschreibung auf luis iphone geladen und konnte so meiner pflicht als navi vorbildlich wie immer nachgehen.

zuerst fuhren wir noch ein bisschen durch die kalifornische hügellandschaft, vorbei am vergnügungspark six flags magic mountain (nur achterbahnen). aber danach war die strecke genau so wie man es sich vorstellt: zweispurig durch die wüste. ab und zu ein paar trailer ein paar hundert meter von der straße entfernt. sehr heiß und sehr trostlos.

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ab victorville fuhren wir dann wieder über die autobahn. schnell fiel uns auf, dass der standstreifen quasi übersäht war mit reifenteilen. die hitze und die auf dieser straße erlaubten unerhöhrten 75 mph taten den reifen offensichtlich gar nicht gut. ein umstand, der mich ehrlichgesagt den ganzen tag über etwas nervös machte. aber ich darf jetzt schon verraten: kein reifen ist geplatzt, wir sind nicht unkontrolliert über die straße geschlingert, wir mussten nicht in sengender hitze den ersatzreifen abringen.

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irgendwann tauchte am highway, mitten im nichts, eine riesige outlet-mall auf. dankbar für eine pause fuhren wir hin und bekamen überaus günstig eine reisetasche (um darin bisherige und künftige errungenschaften zu verstauen), eine badehose für luis, damit er den hotel-pool nutzen konnte und ein paar polo-shirts, deren marke ich mich nicht traue zu nennen. für mich gab es leider nichts, war immer noch alles zu teuer. um so faszinierender fand ich die scharen asiatischer touristen die mit reisebussen angekarrt wurden und allesamt absurd große einkaufstaschen in den händen hatten.

schließlich fuhren wir weiter und kamen bald ins death valley. das erkannte man unter anderem daran, dass man darauf hingewiesen wurde nun doch bitte die klimaanlage auszumachen, da die hitze in kombination it der steigung (ich nehme an beim verlassen des tales) sonst den motor überfordern könnte. man kann sich denken wie angenehm es war ohne klimaanlage durch die wüste zu heizen (ganz wortwörtlich sozusagen).

andere bemerkenswerte vorkomnisse waren die vielen casinos, die schon weit vor las vegas den highway säumten. villeicht sollten sie leute abfangen, die genug von der fahrt hatten und endlich ihr sauer verdientes geld in blinkende und klingelnde maschinen werfen wollten. wir aber hielten durch und wurden schließlich mit dem ersten blick auf las vegas belohnt. sehr sonderbar, wie da so plötzlich riesige, schimmernde hotelgebäude aus der wüstenlandschaft aufragten.

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noch hatten wir es aber nicht ganz gechafft, denn wir mussten noch zu unserem hotel, zum bellagio, dem mit den fontänen davor, kommen. dank selbiger war es nicht schwer das hotel zu finden, aber nun standen wir vor der schwierigen entscheidung ob wir wohl selbst parken sollten oder vor den haupteingang zum valet parking fahren sollten. da wir nicht wussten wie weit es vom self parking zum check in wäre und ob das vielleicht nur für nicht-hotel-gäste gedacht war, fuhren wir beherzt richtung valet parking. und wo wir schon dabei waren haben wir auch gleich noch unsere koffer aufs zimmer bringen lassen. dabei haben wir allerdings den fehler gemacht, dem valet kein trinkgeld zu geben, dem koffer-mann dafür umso mehr, obwohl man doch eigentlich erst etwas gibt, wenn die koffer im zimmer abgeliefert werden?! aber die ganze pompösität der auffahrt und der stress das im laufe der zeit im gesamten auto verstreute gepäck zusammen zu suchen hatte uns wohl doch etwas verwirrt.

dankbar unsere quitschenden und schweren koffer los zu sein gingen wir erstmal zu den toiletten, damit luis sich etwas ansehnlicheres anziehen konnte – statt shorts und shirt. denn nun ging es zum check-in. und dafür hatten wir einen wagemutigen trick geplant: im internet ist zu lesen, dass ein strategisch zwischen kreditkarte und personalausweis positionierter 20-dollar-schein (so dass die 20 zu sehen ist) in manchen hotels in las vegas dazu führt, dass man ein “complimentary” upgrade bekommt. als wir in der schlage standen und den ernst schauenden mann am check-in sahen hätte uns fast der mut für diesen plumpen bestechungsversuch verlassen. aber der gedanke an einen blick auf den strip bei nacht spornte uns an und so standen wir beide mit zitternden händen da als luis das kreditkarten-geld-personalausweis-päckchen über den tresen reichte und nach einem upgrade fragte. und tatsächlich hatten wir glück! im gegensatz zu den damen am schalter neben uns, die wohl nicht so großzügig gewesen waren.

sehr erleichtert machten wir uns zu unserem zimmer auf. zu den aufzügen ging es gleich mal durchs casino wo es ständig klingelte und bimmelte, das aber sehr offensichtlich durch die allgemeinen lautsprecher und nicht an bestimmten slot-machines, die ohnehin leider keine münzen mehr ausspucken, die man dann in großen plastikbechern sammeln kann, sondern nur noch sehr uninspirierende papierstücke mit bar-codes drauf.

im zimmer angelangt riefen wir in der gepäckzentrale an, damit uns das gepäck aufs zimmer gebracht würde. der zweite gepäck-mann war sehr freundlich, erzählte von den unvermeidlichen verbindungen nach deutschland und gab uns shopping tipps. als er weg war erkundeten wir erstmal das zimmer. alles in allem war ich vom stil nicht so wahnsinnig angetan, alles ein bisschen zu braun und zu düster. und das bett war nicht so bequem wie im hampton inn, die kissen nicht in zwei verschiedenen ausführungen vorhanden. das bad mit badewanne und verglaster dusche war dafür recht ansprechend.

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nun wollten wir natürlich auch die stadt sehen. es wurde schon dunkel und wir waren hungrig, da wir seit dem frühstück nichts mehr gegessen hatten. zunächst gingen wir etwas im casino des bellagio spazieren und sahen uns die restaurants an. diese lagen aber alle etwas außerhalb unseres budgets und uns beim buffet anzustellen hatten wir keine lust. also gingen wir, vorbei an diversen designer-boutiquen von chanel bis dior usw. raus aus dem bellagio und über eine brücke auf die andere straßenseite. von dort hatten wir einen guten blick auf unser hotel.

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im casino/hotel paris ist das restaurant mon ami gabi, das auf dem unbezahlbaren tripadvisor.com das beste rating in ganz las vegas hat. hier entschlossen wir uns zu essen, nachdem wir uns auch noch von der unangemessenheit der restaurants im planet hollywood überzeugt und uns entschieden hatten das buffet-essen lieber aufs frühstück zu verlegen. leider war aber erstmal kein reinkommen bei mon ami gabi (sehr unfreundschaftlich, finde ich) und so reservierten wir einen tisch für 40 minuten später und schauten uns so lange im casino des paris um, beobachteten leute beim black jack und warfen zaghaft einige kleine münzen in slot machines.

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schließlich war unsere zeit für mon ami gabi gekommen. drinnen war es ungeheuer dunkel und ich sank unangenehm tief auf meiner bank ein, so dass ich mich zunächst fragte, ob ich in der lage sein würde über die tischkante hinwegzusehen. der busboy (ich weiß jetzt, was das ist: ein hilfskellner – aber wo gibt es das in deutschland schon?) versorgte uns mit wasser, frischem, tatsächlich sehr gutem baguette und wasser. dann kan der richtige kellner, gab uns die karten und informierte und über die specials. er hatte doch tatsächlich einen französischen akzent! wir bestellten beide wein und steaks mit pommes, ich noch eine portion ratatouille dazu. mit dem wein (den wir probieren mussten obwohl offener wein – etwas ungewöhnlich, oder?) wurden uns bald auch absurd große steakmesser gebracht – ich glaube patrick bateman wäre begeistert gewesen.

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das essen war solala (leider nicht olala), das steak sehr dünn und schnell kalt und die pommes klein uns etwas zu knusprig. das ratatouille war sehr wässrig und kam vermutlich aus der dose. danach bestellte luis noch einen espresso, der seinen ansprüchen nicht entsprach, was er bitte in den kommentaren genauer erläutern möge. die rechnung enthielt eine sehr positive überraschung insofern, als der kellner uns keins der getränke (2 x wein, 1 x espresso) berechnet hatte. vielleicht weil ich ratatouille aussprechen konnte?

nun wollte luis aber spielen, und zwar black jack, weil da die chance am wenigsten zu gunsten des casinos verzerrt sind. wir erinnerten uns früher am abend viele tische mit einem mindesteinsatz von 5$ gesehen zu haben, aber diese waren nun alle tischen mit mindestens 10$ bis hin zu 500$ (pro runde wohlgemerkt) gewichen. wir wanderten durchs flamingo (pink und nach komischem raumparfum riechend), durch ceasar’s palace (amis, die plastik-repliken römischer brunnen und skulpturen forografieren), durch eine wenig ansprechende noname spielhalle und schließlich wieder durchs bellagio – aber ohne erfolg.

also verlegten wir uns wieder aufs slots spielen. zunächst mussten wir eine geeignete maschine finden: einsatz 25ç, an möglichst sichtbarem ort, aber nirgends wo leute aus langeweile, z.b. beim warten, spielen könnten. als dies gerschafft war galt es die aufmerksamkeit einer der kellnerinnen zu erregen um den genuss freier drinks zu kommen, die ausgeschenkt werden um leute zu unvernünftigerem spielen zu verführen. leider kann man mit 25ç pro spiel nicht so wahnsinnig unvernünftig sein und so wurden wir lange zeit ignoriert. schließlich bekamen wir zwar einen vodka martini und eine margarita, aber trotz großzügigem trinkgeld kam die kellnerin danach nicht mehr zu uns zurück. zum ausgleich besuchte uns lady luck und wir gewannen tatsächlich über 20$ bei einem einsatz von 5$.

ein gewinn ist bekanntermaßen der ideale zeitpunkt mit dem spielen aufzuhören und so gingen wir zurück aufs zimmer, freuten uns über 20$ in 1$-scheinen und sahen uns nochmal die fontänen mit der zugehörigen musik aus dem fernseher (channel 22) an. insgesamt kann das wasser übrigens zu 30 verschiedenen songs tanzen.

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2 Comments so far
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Es klimpern keine Münzen mehr beim Gewinn?! Doof :(

Comment by Svenja

Zum Thema Espresso:

Irgendwie trinken das die Amis nicht, und wenn du es bestellst kriegst du mal eine Espresso Tasse mit Teelöffel der kaum in die Tasse passt oder du kriegst Espresso in der Teetasse.

Comment by Luis




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